Warsteiner Cramer räumt auf

Bei der Privatbrauerei fliegen die Fetzen. Nachdem Hausherr Albert Cramer erst den Geschäftsführer für den Marketing-Bereich vor die Tür gesetzt hat, muss jetzt auch der Geschäftsführer der Holding seinen Posten räumen.

Warstein - Das Personalkarussell bei der Warsteiner Brauerei dreht sich weiter. Nach dem Ausscheiden des für den Marketing-Bereich zuständigen Geschäftsführers Frank Spitzhüttl vor wenigen Wochen kündigte die Brauerei jetzt auch den Rücktritt des Geschäftsführers der Holding Haus-Cramer-Gruppe, Dierk Gutmann, an.

Wie bei Spitzhüttl gab die Brauerei als Grund für die Trennung unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Unternehmensstrategie an.

Brancheninsider hingegen werten den Abgang Gutmanns als Folge hausinterner Umstrukturierung. Erst Mitte August hatte der Bierbrauer bekannt gegeben, dass die Haus Cramer Management GmbH ab sofort von einem "Management Board" strategisch und operativ geführt.

Neben den beiden Geschäftsführern, Albert Cramer, Inhaber der Warsteiner Brauerei, und seinem Stellvertreter Gustavo Möller-Hergt, sind die zuständigen Geschäftsführer und Prokuristen aus den verschiedenen Bereichen der Gruppe als Mitglieder in diesem Gremium vertreten.

Personelle Fluktuation

Albert Cramer, der als sehr konsequent in seinen Entscheidungen gilt, hatte in der jüngsten Vergangenheit nicht nur mit personellen Veränderungen im eigenen Haus zu kämpfen.

Im Februar zog Gattin Annemarie (57) aus der gemeinsamen Villa aus. Obwohl das Paar nicht geschieden ist, kommt Cramer die Trennung teuer. Über zehn Millionen Euro flossen schon im vergangenen Jahr in das Unternehmen "Cramer Invest", aus dem sich Frau Cramer frei bedienen kann.

Gleichzeitig wurde das Erbe an die drei Töchter Marie-Christina, Josefine und Eva-Katarina ausgezahlt. Sie unterschrieben einen Erbverzicht und erhielten im Gegenzug jeweils mehr als 10 Millionen Euro.

Die familiären Differenzen gingen Cramer hart an. "Eine meiner Töchter wird aber das Unternehmen übernehmen. Wir werden alles tun, damit es nicht in ausländische Hände kommt", sagte Cramer damals der "Bild am Sonntag". Welche der Töchter das sein soll, will Cramer nicht sagen. Nur soviel verrät er: Sie brauche noch vier Jahre, um sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten.

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