Dienstag, 10. Dezember 2019

Stinnes Neuer Stern auf Deutschlands Schienen?

2. Teil: Steile Karriere

Der gebürtige Kieler studierte Jura in seiner Heimatstadt und in Freiburg; 1972 promovierte er. Von 1974 bis 1980 war Malmström in leitenden Funktionen bei VFW-Fokker/MBB tätig. 1980 wechselte er in den Veba-Konzern. Bis 1986 arbeitete er bei der Veba AG, danach trat er in den Vorstand der Konzerngesellschaft Stinnes AG ein.

Hat gut lachen: Bahn-Chef Mehdorn
Dort übernahm er 1991 die Verantwortung für den Verkehrsbereich. 1996 wurde er Vorstandsvorsitzender der Schenker-Rhenus AG, 1998 außerdem stellvertretender Stinnes-Vorstandsvorsitzender.

Mehdorn holte den erfahrenen Logistiker im Juli 2000 zur Bahn. Mit neuen Produkten, neuen Fahrzeugen und mit einer Reduzierung der Güterverkehrsanschlüsse (genannt Sanierungsprogramm Mora C) versucht Malmström seither, eine wirtschaftliche Güterbahn auf die Schiene zu bringen - eine mühsame Aufgabe.

Der bisherige Stinnes-Chef, Wulf H. Bernotat, der im kommenden Jahr neuer Vorstandsvorsitzender von Eon werden soll, legte sein Mandat nieder. Malmström will neben dem Chefposten bei Stinnes seine Aufgaben als Bahn-Vorstand sowie als Vorstandsvorsitzender der DB Cargo AG weiter wahrnehmen.

"Aufstieg in die erste Liga"

Zum neuen Vorsitzenden des Stinnes-Aufsichtsrats wählte das Kontrollgremium am Dienstag Hartmut Mehdorn. Der Bahn-Chef und sein Finanzvorstand Diethelm Sack ersetzen in dem Kontrollgremium die bisherigen Eon-Vertreter Hans Michael Gaul und Manfred Krüper.

Malmström bezeichnete nach seiner Wahl die Stinnes AG als "Perle im Logistikmarkt", mit welcher der Güterverkehrsbereich der Deutschen Bahn "in die erste Liga der internationalen Transport- und Logistikdienstleister" aufsteige.

An Stinnes mit einem Umsatz von zwölf Milliarden Euro und 42.000 Mitarbeitern war bisher der Energiekonzern Eon mit rund 65 Prozent beteiligt. Stinnes soll bei der Bahn als Management-Obergesellschaft das gesamte Logistikgeschäft einschließlich der DB Cargo führen. Der Umsatz der neuen Stinnes AG wird Unternehmensangaben zufolge bei rund 11 Milliarden Euro liegen.


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