HypoVereinsbank Wer macht das Rennen?

Spätestens Ende Oktober soll der Nachfolger für Vorstandschef Albrecht Schmidt benannt werden. Noch steht nicht fest, wer den Posten übernimmt. In der engeren Wahl aber sind drei Kandidaten aus dem eigenen Haus.

München – Langsam wird es ernst. Albrecht Schmidt, scheidender Vorstandssprecher der HypoVereinsbank (HVB)  muss Farbe bekennen und offenlegen, wen er zu seinem Nachfolger erkoren hat. Angekündigt hatte der Chefbanker der HypoVereinsbank die Inthronisierung seines Kronprinzen für das vierte Quartal dieses Jahres. Klar scheint: der Auserkorene ist ein Banker aus dem eigenen Haus.

Schmidt selbst führt seit zwölf Jahren die Vereinsbank und die seit 1998 fusionierte HypoVereinsbank. Sein Amt als Vorstandssprecher will er zur Hauptversammlung im Frühjahr 2003 abgeben, ganz aufhören will er allerdings noch nicht. Wenn es nach ihm geht, wird er die Führung des Aufsichtsrates übernehmen.

Rein formal wird der Vorstandssprecher, anders als etwa ein CEO, durch eine Wahl im Vorstand bestimmt. Zweifellos muss sich Schmidt aber zuvor Unterstützung für seinen Kandidaten einholen. Nicht nur der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende Kurt Viermetz und der Betriebsrat dürften ein Wörtchen mit zu reden haben.

Auch die Münchener spielt mit

Als mindestens ebenso gewichtig gilt der Segen von HVB-Großaktionär Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft  in Person seines Vorstandsvorsitzenden Hans-Jürgen Schinzler.

Zwar begnügt sich die Münchener Rück mit einer Sperrminorität bei der HVB, doch gleichgültig dürfte es dem Rückversicherer nicht sein, wer das Sagen bei der zweitgrößten deutschen Bank hat.

Für den obersten Führungsposten werden derzeit drei ernsthafte Kandidaten gehandelt: Der Vorstand für das Geschäftsfeld Deutschland Dieter Rampl, der für das Geschäftsfeld Wealth Management zuständige Vorstand Stefan Jentzsch und Stephan Bub, der von New York aus das Amerika- und Asiengeschäft führt sowie für den Bereich Clobal Credits verantwortlich zeichnet.

Kontinuität oder frischer Wind?

Die schlechtesten Karten dürfte der studierte Kaufmann Stephan Bub haben, der 1994 von der BHF-Bank als Bereichsleiter Asset-Liability Management und Capital Markets zur damaligen Bayerischen Vereinsbank kam. Zum einen gehört der 44-Jährige im Gegensatz zu den beiden anderen Kandidaten nicht dem Holding-Vorstand an. Zum anderen wird seine Hausmacht als vergleichsweise gering eingeschätzt.

Für Kontinuität steht Kandidat Dieter Rampl. Der 55-Jährige, von Haus aus Bankkaufmann, arbeitet seit 1968 – mit Ausnahme eines siebenjährigem Intermezzos bei der BHF-Bank - in der Vereinsbank. Er leitete die Restrukturierung des Firmenkundengeschäfts und genießt dem Vernehmen nach besondere Unterstützung in der Belegschaft.

Der jüngste Kandidat ist Stefan Jentzsch (41). Er begann 1985 seine Karriere bei der damaligen Vereinsbank. Allerdings kennt er die HVB noch aus einem anderen Grund exzellent: Als Investmentbanker bei Goldman Sachs zog er 1998 die Strippen für die Fusion von Vereinsbank und Bayerischer Hypotheken- und Wechselbank zur HVB.

Steht Rampls Alter und lange HVB-Zugehörigkeit als Zeichen für Erfahrung und Kontinuität, so stehen Bub und Jentzsch bei vielen Beobachtern für Dynamik und vereinfachte Hierarchien.

Spätestens am 23. Oktober wird eine Entscheidung erwartet. Bei der angesetzten Aufsichtsratssitzung sollen dem Kontrollgremium zudem das Neunmonatsergebnis vorgestellt werden.

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