Telekom Ricke hebt den Finger

Angeblich soll Interimschef Helmut Sihler schon im Oktober abgelöst werden. Die Liste der Kandidaten hat sich inzwischen gelichtet. Zwei hauseigene Manager und zwei bis drei externe Führungskräfte buhlen um den Chefposten.

Berlin - Die Deutsche Telekom will nach Presseinformationen bis Ende Oktober eine Entscheidung über die Neubesetzung ihrer Führungsspitze treffen.

Die "Bild"-Zeitung berichtete vorab aus ihrer Dienstagausgabe unter Berufung auf Aufsichtsratskreise, bei dem Bonner Konzern seien nur noch vier Manager für den Chefposten im Rennen. Zu den verbleibenden Kandidaten gehörten Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick und T-Mobile-Chef Kai-Uwe Ricke als hausinterne Lösung sowie Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, Post-Chef Klaus Zumwinkel und der Chef der Porsche AG, Wendelin Wiedeking, als externe Bewerber.

Unterdessen widersprach Porsche den Spekulationen. Wendelin Wiedeking wird nicht die Führung der Deutschen Telekom übernehmen. Wie ein Unternehmenssprecher erklärte, hat Wiedeking gerade am 1. Oktober seinen neuen Vertrag als Porsche-Vorstandsvorsitzender unterzeichnet. Der neue Vertrag läuft bis 2007.

Dabei gelte Ricke als Favorit. Der Aufsichtsrat wolle innerhalb der nächsten vier Wochen eine endgültige Entscheidung treffen. "Zu Personalspekulationen sagen wir generell nichts", sagte ein Sprecher der Deutschen Telekom am Dienstag auf Anfrage. Eine interne Lösung für den Chefposten ist bisher vom Telekom-Aufsichtsrat allerdings nicht favorisiert worden. Zudem gilt Ricke als noch sehr jung und mitverantwortlich für den desaströsen Erwerb des US-Mobilfunkers Voicestream.

Nach Informationen von manager-magazin.de ist neben den vier genannten Kandidaten weiter der frühere Thyssen-Chef Dieter Vogel im Gespräch. Der Telekom-Aufsichtsrat führt bereits "ernsthafte Gespräche" mit Vogel, heißt es in Branchenkreisen. Vogel habe seinen Konflikt mit Kanzler Gerhard Schröder in Sachen Deutsche Bahn (dort war Vogel Aufsichtsratschef) inzwischen beigelegt.

Ron Sommer war Mitte Juli als Vorstandschef des Konzerns zurückgetreten, nachdem er wegen des Kurssturzes und des Schuldenbergs der Telekom in die Kritik geraten war. Helmut Sihler hatte den Posten danach übergangsweise übernommen und angekündigt, dass die Entscheidung über einen neuen Vorstandschef bis Ende des Jahres fallen solle.

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