Colt Telecom Deutschlandchef gibt auf

Horst Enzelmüller geht. Grund sollen Differenzen mit seinem neuen Chef Steve Akin sein.

Frankfurt - Horst Enzelmüller, mit einer Amtszeit von sieben Jahren dienstältester Geschäftsführer eines Telefonkonzerns in Deutschland, hat seinen Rücktritt angekündigt. Er wolle sich "künftig neuen beruflichen Herausforderungen stellen", heißt es in einer Erklärung.

Grund für den überraschenden Abschied sind nach Meinung von Branchenkennern Meinungsunterschiede mit Steve Akin, dem neuen Vorstandsvorsitzenden der britischen Muttergesellschaft. Akin hatte den Chefposten erst im Juni angetreten, um Colt in die Gewinnzone zu führen.

Akin leitete zuvor die Geschäfte einer Tochter der Kapitalanlagegesellschaft Fidelity, die als Großaktionär (rund 55 Prozent) auch bei Colt das Sagen hat. Verbunden mit der Personalie war eine Zentralisierung der Entscheidungsbefugnisse. Dies dürfte, so wird vermutet, Enzelmüller bewogen haben, seinen Job zur Verfügung zu stellen. Denn der Österreicher taugt schwerlich für die Rolle des Provinzverwalters.

Erst vor zwei Wochen hatte Georg Hofer die Geschäftsführung von Colt nach nur vier Monaten Amtszeit verlassen. Die Nachfolge von Enzelmüller ist noch nicht geklärt. Vorübergehend wird Dieter Kilian, der ebenfalls schon seit Gründung des Deutschland-Ablegers bei Colt ist, die Geschäfte als Regionaldirektor (auch für Österreich und die Schweiz) führen. Kilian war bislang der für Finanzen und Verwaltung verantwortliche Geschäftsführer.

Colt Telecom beschäftigt 1400 Mitarbeiter und hat im Jahr 2001 einen Umsatz von einer halben Milliarde Euro erwirtschaftet. Die britische Konzernmutter schreibt allerdings nach wie vor rote Zahlen.

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