Siebel Ein Stern verglüht

Vertriebener Vertriebschef - der glücklose SAP-Rivale feuert Bill McDermott.

Hamburg - Positive Nachrichten aus dem kalifornischen Softwareunternehmen sind rar geworden. Das auf Software für die Verwaltung von Kundenkontakten (CRM) spezialisierte Unternehmen hatte zuletzt im Jahr 2000 seinen Umsatz gesteigert. Seitdem geht es bergab - und zwar steil.

Die Folgen bekam jetzt der als wenig erfolgreich geltende Vertriebschef zu spüren: Bill McDermott wurde von seinen Aufgaben entbunden. Seine Nachfolge tritt mit Richard Chiarello ein ehemaliger IBM-Manager an. Mit Wirkung zum 1. Oktober wird Chiarello zusätzlich Vizepräsident des im Silicon Valley beheimateten Softwarehauses.

Die Misere von Siebel  hat mehrere Gründe: Analysten merken an, dass neben der Krise der Informationstechnologie auch zunehmend der scharfe Wettbewerb mit Softwareentwicklern wie SAP, Oracleo oder Peoplesoft Siebel zu schaffen macht.

Ergebnis: Im vergangenen Quartal verkaufte Siebel nur noch Software im Wert von 405,6 Millionen Dollar - das sind 28 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Gewinn sackte weg - um 61 Prozent, auf 29,8 Millionen Dollar. 1.200 der 7.000 Stellen sollen jetzt gestrichen werden.

Anlysten sehen allerdings kaum Besserung: Das dritte Quartal wird möglicherweise noch schlechter als die vorherigen ausfallen, hört man aus Analystenkreisen.

Die unerfreulichen Geschäftszahlen schlagen sich derweil auch auf den Aktienkurs nieder. Das Papier hat in diesem Jahr bereits 70 Prozent an Wert verloren.

Die kollektive Krise "Die Zahlen sind ein Konstrukt!"

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