Boris Becker Zwei Jahre Haft auf Bewährung?

Der Ex-Tennisstar will offenbar Steuerhinterziehung gestehen, um einem langwierigen Prozess zu entkommen. Eine zweijährige Bewährungsstrafe und Millionen-Nachzahlungen könnten die Folge sein.

Hamburg - Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL haben sich Anwälte, Richterin und Staatsanwalt darauf geeinigt, dass die Anklage zugelassen wird, Becker gesteht und eine zweijährige Bewährungsstrafe akzeptiert. Zudem soll er die mutmaßlich hinterzogenen Steuern plus Zinsen in Höhe von etwa 6,5 Millionen Euro nachzahlen.

Münchens Leitender Oberstaatsanwalt Manfred Wick wollte den Bericht unter Hinweis auf das Steuergeheimnis am Sonntag nicht kommentieren. Laut SPIEGEL soll das Verfahren direkt nach seiner Eröffnung wieder beendet werden.

Villa in München verkauft

Wie das Magazin weiter berichtet, sind Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung sich inzwischen sicher, dass Becker Anfang der neunziger Jahre einen Scheinwohnsitz in Monte Carlo unterhalten habe, während er in Wahrheit in München gelebt habe und deshalb auch unbeschränkt in Deutschland steuerpflichtig gewesen sei.

Der dreifache Wimbledon-Gewinner, der sich vor allem gegen das Geständnis lange gewehrt hatte, will den Deal dem Bericht zufolge akzeptieren. Der 34-Jährige müsse sich möglicherweise einige Millionen Euro leihen, um die Steuernachzahlung zu finanzieren und einen zügigen Abschluss des spektakulären Verfahrens zu erreichen.

Millionenklage wegen Sportgate

Am vergangenen Wochenende war von verschiedenen Medien berichtet worden, Becker habe seine Münchner Villa in Bogenhausen verkauft und lebe nun in einer Mietwohnung. Der Grund für den Verkauf sind laut Presseberichten Probleme Beckers, die für die Beilegung des Verfahrens nötige Summe aus seinem Barbestand aufzubringen.

Zudem solle Beckers Berater Hans-Dieter Cleven weitere Millionen zuschießen. Ein weiterer Berater Beckers bestritt dagegen, dass der Verkauf etwas mit den Steuerschulden zu tun habe.

Geschäftlich wie privat läuft es seit einiger Zeit alles andere als gut für den dreifachen Wimbledon-Gewinner. Presseberichten zufolge droht Becker eine Klage in Millionenhöhe wegen seiner Pleite gegangenen Firma Sportgate.

Das im Sommer 2000 gegründete Internet-Portal musste vor einem Jahr Konkurs anmelden. Bei der Klage soll es um eine Anschubfinanzierung in Höhe von 1,5 Millionen Euro gehen, die Becker zugesagt, abr nie bezahlt habe.

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