Worldcom Retten, was zu retten ist

CEO John Sidgmore hat sich zwei Sanierungsexperten ins Haus geholt. Die Unternehmensberater von Alix Partners LLC sollen den angeschlagenen Telekomriesen wieder auf Kurs bringen.

Clinton - Der in einem Konkursverfahren befindliche US-Telefonkonzern Worldcom  hat zwei erfahrene Restrukturierungsfachleute engagiert. Dabei handele es sich um Experten von der auf Sanierungen spezialisierten US-Firma Alix Partners LLC, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Nach Angaben des Vorstands soll Gregory F. Rayburn die Aufgabe des Restrukturierungs-Leiters von Worldcom übernehmen, John S. Dubel wird Finanzchef. Die beiden Experten, die über große Erfahrung bei der Sanierung bankrotter US-Firmen verfügen, werden Worldcom-Chef John Sidgmore direkt unterstellt.

Für die Vereinbarungen zwischen dem Unternehmen und AlixPartners ist die die Genehmigung des Konkursrichters erforderlich. "Es wird ihre Aufgabe sein, uns bei unseren Bemühungen zu unterstützen, so rasch wie möglich als gesundes ... Unternehmen aus der Reorganisation herauszukommen", sagte Sidgmore zur Tätigkeit von Rayburn und Dubel.

Ferngespräche und Internet-Netzwerke als Hauptsäulen

Die Sanierer sollen unter anderem Verhandlungen mit den Gläubigern führen und den Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Worldcom-Vermögenswerten beaufsichtigen. Worldcom habe mit mehr als 20 Millionen Kunden und 60.000 Mitarbeitern einen echten Geschäftswert, sagte Rayburn. Die beiden Experten wollen gemeinsam mit Sidgmore sowie dem Worldcom-Verwaltungsrat und den Gläubigern einen Reorganisationsplan erarbeiten.

Sidgmore hatte bereits vorher zu verstehen gegeben, dass er die Geschäftsfelder Ferngespräche und Internet-Netzwerke als Hauptsäulen des Worldcom-Geschäfts behalten möchte. Allerdings wird die Zukunft von Worldcom nach Darstellung von Konkursfachleuten in erster Linie von den Banken und anderen Gläubigern abhängen, denen Worldcom mehr als 30 Milliarden Dollar schuldet.

Das Unternehmen ist in einen Buchführungsskandal verwickelt, bei dem es um Falschbuchungen in Höhe von mindestens 3,85 Milliarden Dollar geht.

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