Worldcom Das Ende eines Raubritters

Ein weiterer Worldcom-Blender ist entlarvt. Jack Grubman, Analyst bei der amerikanischen Investmentbank Salomon Smith Barney, prellte Anleger um Milliarden.

New York - Jack Grubman ist Telekomanalyst bei Salomon Smith Barney und er hat viele Anleger um Ihr Vermögen gebracht. Er empfahl die Worldcom-Aktie, bis kurz vor ihrem Untergang.

Jetzt hat der Analyst, der erst vor vier Jahren als Halbgott der Telekom-Industrie durchs Land gereicht wurde, ausgedient. Grubman galt unter den Telekom-Analysten der Wall Street als unumstrittene Nummer eins. Mit einem Jahresgehalt von 20 Millionen Dollar verdiente er mehr als jeder andere.

Die Pleiten des Jahren waren seine Empfehlungen

Worldcom, Qwest und Global Crossing waren seine Empfehlungen. Sie stellten sich als die großen Pleitiers des Jahres heraus. Andere Bankhäuser an der Wall Street hätten Grubman gerne unter Vertrag genommen, doch Abwerbeversuche wie der von Goldman Sachs 1998 scheiterten.

Nun hat Grubman einen Schaden angerichtet, der unvorstellbare Dimensionen erreicht: Die Worldcom-Pleite kostete Anleger 175 Milliarden Dollar.

Grubman sorgte für den Untergang von George Zicarelli

Aber Grubman führte die Investoren bereits vorher in die Irre. Der 60-jährige George Zicarelli, ein freiberuflicher Cutter hat im April mit Aktien von Global Crossing 455.000 Dollar verloren und musste sich deshalb bankrott erklären, berichtet das "Wall Street Journal".

Die Klage, die Zicarelli eingereicht hat, richtet sich gegen die Investmentbank Salomon Smith Barney und deren Telekom-Staranalysten Jack Grubman. Der Analyst hatte Salomon Smith Barney, eine Citigroup-Tochter, dabei unterstützt, zahlreiche lukrative Aktien- und Anleihe-Transaktionen zu verbuchen. Neben Merrill Lynch war Salomon Smith Barney eine der führenden Konsortialbanken bei dem Börsengang von Global Crossing. Der Kabelnetzbetreiber war in Boomzeiten ein Überflieger an der Wall Street, ist inzwischen pleite und wird wegen Bilanzbetrugs möglicherweise strafrechtlich belangt.

Ein System machte Schule

Ähnliches Engagement legte Grubman bis zum vergangenen Jahr auch für XO Communications, McLeod USA und Winstar Communications zu Tage. Doch die Aktien sind kaum mehr etwas wert: Winstar und McLeod haben Bankrott angemeldet und XO muss seine Bilanzen korrigieren.

Über-optimistischen Aktienanalysen halfen Grubman jahrelang für sein Haus Investmentgeschäfte an Land zu ziehen. Zwischen 1997 und 2001 hat Salomon nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" alleine von Worldcom, AT&T Wireless und Winstar 449 Millionen Dollar an Provisionen und Gebühren eingenommen.

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