Kim Schmitz Dr. Kimble zieht an die Alster

Think big - am Rande der Legalität ergaunerte Schmitz sich ein Vermögen. Nach kurzem Intermezzo in Stadelheim ist Kimble nun zurück. Scheinbar setzt der schwergewichtige Partylöwe zu einem neuen Höhenflug an.

Hamburg - Kim Schmitz, schwergewichtiger Partylöwe und Internet-Unternehmer, wurde erst kürzlich wegen Insiderhandels verurteilt. Jetzt hat sich Dr. Kimble wieder hochgearbeitet - und er hat große Pläne. Zunächst sucht er eine Wohnung an der Alster.

Zurzeit wohnt Schmitz noch in einem Fünf-Sterne-Luxushotel in Hamburg. "Die Münchener Schickeria-Szene kann ich nicht mehr ertragen", sagt er gegenüber der "Bild". Die neue Immobilie soll um die 200 Quadratmeter groß sein und auf jeden Fall Alsterblick haben.

Ist Dr. Kimble nicht pleite?

Vor sieben Wochen kam der 28-Jährige aus der U-Haft. Er wurde zu einem Jahr und acht Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung und einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt.

Nach Angaben gegenüber "Bild" geht es dem ehemaligen Hacker finanziell sehr gut: "Think big. Ich arbeite als Berater für viele Firmen im Bereich von Venture-Capital. Wenn ich zum Beispiel zehn Millionen Euro besorge, bekomme ich drei bis fünf Prozent davon."

Er sei in den 90ern einer der berühmtesten Hacker gewesen und sein Kapital sei seine analytische Wahrnehmung für Technology. Nach eigenen Angaben wird Schmitz von vielen Headhuntern umworben.

Dann erzählte Schmitz noch, bescheiden, wie wir ihn kennen, er wolle in drei Monaten auf Cayman Island eine eigene Firma gründen. Mit dem Ziel, ein Volumen von 300 Millionen Euro zu schaffen. "Ich entwickle eine Trend-Erkennungssoftware, die früh signalisiert, wie sich die Börsenmärkte drehen werden", so Schmitz.

Bereits wegen Betrugs verurteilt

Elefant gegen Ameise

Der 28-Jährige hat Anfang 2001 den Kurs des angeschlagenen Internet-Schnäppchenjägers LetsBuyIt.com bei einem angeblichen Rettungsversuch zum eigenen Profit künstlich in die Höhe getrieben. Er manipulierte damals den Aktienkurs, indem er ankündigte, das Unternehmen mittels seiner Kimvestor AG mit bis zu 50 Millionen Euro sanieren zu wollen. Er habe dann LetsBuyIt-Aktien für 375.000 Euro gekauft und für 1,5 Millionen Euro abgestoßen.

Aus der Traum vom großen Geld. Auch wenn Dr. Kimble sich selbst für ein Opfer hält, das "probeweise geschlachtet wird", verurteilte ihn das Amtsgericht München. Der durch zahlreiche Medienauftritte bekannte Jungunternehmer hatte zuletzt im Januar mit seiner Abschiebung aus thailändischer Haft für Schlagzeilen gesorgt.

Unter dem Spitznamen Dr. Kimble wurde Schmitz als IT-Sicherheitsberater und Unternehmer zu einem Star der New Economy. Vor allem mit spektakulären Partys und einem verschwenderischen Lebensstil machte der 28-Jährige von sich reden: Er posierte mit dem als "Teppich-Luder" bekannten Fotomodell Janina Youssfian am Strand unter Palmen.

Bereits wegen Betrugs verurteilt

Vor Gericht ist der Ex-Hacker kein Unbekannter. 1994 wurde er bereits wegen Betrugs zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Schmitz muss sich zudem vor Gericht verantworten, weil er im vergangenen Jahr erneut am Steuer seines Luxus-Mercedes ohne Führerschein ertappt worden war. Er ist bereits in 14 Fällen wegen Fahrens ohne Führerschein vorbestraft. Im jetzt ergangenen Urteil folgte die Richterin dem beantragten Strafmaß.