Hunzinger-Affäre "Brav zurückgezahlt"

Nicht nur Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping hatte Kontakt zu Moritz Hunzinger. Auch der Grünen-Politiker Cem Özdemir zählte zu den Geschäftspartnern des PR-Unternehmers.

Berlin – Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Cem Özdemir, hat nach eigener Aussage von dem PR-Unternehmer Moritz Hunzinger Geld zur Erstattung einer Steuernachforderung erhalten. Özdemir: "Es handelte sich um einen Kredit, der in monatlichen Raten zurückgezahlt wurde."

Nach einem Vorabbericht des Magazins "Focus" soll Özdemir 1997 von Hunzinger einen Kredit in Höhe von 70.000 Mark zu zinsgünstigen Bedingungen erhalten haben. Özdemir habe das Geld gebraucht, weil er seit seinem Eintritt in den Bundestag 1994 seinen Steuerpflichten nicht nachgekommen sei. "Focus" berichtet, Hunzinger habe gesagt, Özdemir zahle die Summe "brav zurück".

Scharping hatte von Hunzinger 140.000 Mark als Vorschuss für seine Memoiren und als Honorare für Reden erhalten. Das Geld habe er für politische Arbeit oder für karitative Zwecke ausgegeben, hatte Scharping angegeben.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte ihn wegen der umstrittenen Honorarzahlungen entlassen, obwohl er betont hatte, dass es sich um eine politische Entscheidung, aber keine sachliche oder rechtliche Bewertung der Vorwürfe gehandelt habe.

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