Ruhrgas/Eon Bauernopfer

David gegen Goliath - den Vorständen des Energiebrokers Ampere droht die Entlassung. Bisher weigern sie sich standhaft, die einstweilige Verfügung gegen die Ruhrgas/Eon-Fusion fallenzulassen. Aber der Druck der Energielobby wächst.

Berlin - Unmittelbar nach der Minister-Erlaubnis erwirkten Arndt und Claus Rottenbacher, Vorstände des Berliner Energiehändlers Ampere, die einstweilige Verfügung gegen die umstrittene Fusionsgenehmigung Ruhrgas/Eon . Jetzt droht den Brüdern nach Medienberichten die Entlassung.

Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" haben die Stadtwerke Hannover als Ampere-Mehrheitseigner den Vorstand vor die Alternative gestellt, entweder ihre Beschwerde zurückzuziehen oder die Schreibtische zu räumen. An den Stadtwerken Hannover wiederum sind Ruhrgas und die Eon-Tochter Thüga nach Angaben der Zeitung mit je 12 Prozent beteiligt.

Hickhack um Fusion

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte kürzlich den Vollzug der Ruhrgas/Eon-Fusion gestoppt. Die Beschwerdeführer gegen die Fusion - neben Ampere auch der Aachener Energiehändler Trianel und die Stadtwerke Rosenheim - berufen sich vor allem auf Verfahrensfehler bei der Ministererlaubnis. So seien die Hauptkonkurrenten nicht - wie vom Gesetz vorgeschrieben - ausreichend über den Zusammenschluss und seine Folgen informiert worden.

Unterdessen hat der Berliner Energiehändler angekündigt, seine Anfechtungsbeschwerde gegen die Fusion von Eon und Ruhrgas nicht zurücknehmen. Der Ampere-Minderheitsgesellschafter Millenium Venture Capital habe mit einer Einstweiligen Verfügung beim Landgericht Berlin erwirkt, dass die Beschwerde nicht zurückgezogen werden dürfe, sagte Ampere-Vorstandsmitglied Claus Rottenbacher inzwischen der dpa in Hannover.

Eon/Ruhrgas: Verbände protestieren Eon/Ruhrgas: "Ernsthafte Zweifel" Eon: Abwägung der Wettbewerbsposition Eon/Ruhrgas: Ministererlaubnis mit Auflagen

Verwandte Artikel