Samstag, 7. Dezember 2019

Hunzinger-Affäre Schröder feuert Scharping

2. Teil: "Ein ganz besonders edler Mann"

In dem Papier seien Redewendungen enthalten, die nicht die seinen seien, sagte der PR-Unternehmer. Zum Inhalt erklärte er, es gebe "nichts, was unter moralischen, unter kaufmännischen und unter gesetzlichen Aspekten mit Fragezeichen zu versehen wäre".

Befragt, ob er weitere Treffen zwischen Verteidigungsminister Scharping und Rüstungsvertretern vermittelt habe, sagte Hunzinger: "Also, diese Frage ist so banal gestellt, dass ich mir das einfach nicht mehr anhören kann."

Zugleich nahm er Scharping gegen Mutmaßungen in Schutz, er habe sich von der Rüstungsindustrie bezahlen lassen. "Er ist ein ganz besonders edler Mann, der sich besonders in dieser Sache nicht das Geringste hat zu Schulden kommen lassen", betonte der PR-Berater.

Nach Informationen der "Berliner Zeitung" haben Bundeskanzler Gerhard Schröder und Scharping am Dienstag wegen dieser Angelegenheit telefoniert. Die Erklärungen Scharpings hätten den Kanzler nicht zufrieden gestellt und ihn besorgt zurück gelassen, berichtete das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise.

Scharping selbst bestätigte gegenüber der "Bild"-Zeitung, dass er insgesamt 140.000 Mark (71.581 Euro) von Hunzinger erhalten hat. Er wies aber Verdächtigungen zurück, damit gegen das Ministergesetz verstoßen zu haben, das ihm andere Einnahmen als das Ministergehalt untersagt.

Es handele sich um ein 1998 gezahltes Lizenzgeld in Höhe von 80.000 Mark im Vorgriff auf das Honorar für seine Lebenserinnerungen sowie um Vortragshonorare von 60.000 Mark 1999. Die Ansprüche darauf habe er vor seiner Zeit als Bundesminister erworben.

"Das Geld ist ordentlich dem Finanzamt erklärt und versteuert worden", sagte Scharping. Die Honorare und Lizenz-Gelder habe er unter anderem für wohltätige und politische Zwecke verwendet.

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