Mittwoch, 29. Januar 2020

Affäre Borer Sieg auf ganzer Linie

"Entschuldigung!" - das Schweizer Boulevardblatt "SonntagsBlick" zahlt der Familie Borer ein Schmerzensgeld in Millionenhöhe. Damit hat die Affäre um Meineide, Bestechung und Sex ein vorläufiges Ende gefunden.

Genf/Berlin - Mit der Schlagzeile "Entschuldigung!" in seiner Zeitung "SonntagsBlick" versucht der Schweizer Verleger Michael Ringier einen Schlussstrich unter die so genannte Borer-Affäre zu ziehen.

Verlagschef Ringier: Millionschwere Entschuldigung
Es stelle sich die Frage, ob man die Geschichte über eine angebliche Liebesaffäre des Schweizer Ex-Botschafters in Berlin, Thomas Borer-Fielding, überhaupt hätte veröffentlichen dürfen, sagte Ringier am Sonntag. Grundsätzlich haben sich Borer und Ringier nach Angaben des Verlegers außergerichtlich geeinigt, die Sache zu beenden.

Abgesehen davon, dass den Verlag die Geschichte um die angebliche Affäre wahrscheinlich eine Millionensumme kosten wird, dürfte nach Einschätzung von Beobachtern der Imageschaden für den Ringier-Verlag in Zürich enorm sein. Der Verleger räumte ein, dass die angebliche Borer-Geliebte, das Nacktmodel Djamile Rowe, 10 000 Euro für ihre Aussagen bekommen hat.

"Wir haben uns zu sehr verbissen"

Die Behauptung, Borer habe eine Affäre mit Rowe gehabt, ist nicht Bestandteil des Vergleichs. Heute wisse er, dass er die Nachbereitung der Geschichte in seinem Boulevardblatt "Blick" hätte verhindern müssen, sagte Ringier. Borer will nun von seiner Schadenersatzklage vor einem US-Gericht absehen. Ringier zahlt nach eigenen Angaben ein Schmerzensgeld. Über die Höhe wollte man nicht reden.

Michael Ringier bezeichnete die Umstände der am Ostermontag unter Verantwortung des inzwischen entlassenen deutschen Chefredakteurs Mathias Nolte erschienenen und von der ebenfalls ausgeschiedenen Berlin-Korrespondentin Alexandra Würzbach geschrieben Geschichte um die angebliche Liebesaffäre als nicht akzeptabel.

Es sei ein Fehler gewesen, sich auf die Aussagen Rowes verlassen zu haben: "Wir haben uns zu sehr in eine Version verbissen." Man sehe die Geschichte seit einer Woche anders. Damals dementierte Rowe in einer zweiten eidesstattlichen Erklärung, je eine sexuelle Beziehung mit Borer gehabt zu haben.

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