Management "Fehler fallen im Osten schneller auf"

Nicht krisenfest - den Managern in den Neuen Bundesländern fehlt es oft an Erfahrung.

Schwerin - Den meisten Managern im Osten fehlt es an Durchsetzungsvermögen und Erfahrung. Zwölf Jahre nach der Wiedervereinigung sind die Manager in den Neuen Bundesländern noch nicht in der Marktwirtschaft angekommen.

Manfred Borchardt, Bankdirektor bei der Nord/LB in Schwerin, schildert seine Sicht der Dinge gegenüber der dpa: "Gerade in schwierigen Situationen erweist sich das Management mitunter nicht als krisenfest". Krisen würden oft nicht rechtzeitig erkannt oder verschwiegen. "Wenn die Krise schließlich herauskommt, ist es in 80 Prozent der Fälle zu spät."

Auch Manager in den alten Ländern machten Fehler, sagte der Bankdirektor weiter. "Allerdings fallen Fehler im Osten wesentlich schneller auf, weil die Unternehmen noch immer nur eine dünne Eigenkapitaldecke haben." Deshalb schaue die Bank bei Kreditabschlüssen heute wesentlich genauer auf das Management einer Firma. "Das tun wir schon in guten Zeiten. Dann sagen wir auch, dies und jenes müsste in der Struktur der Firma verändert werden", sagte Borchardt. Vielen Ost-Unternehmern fehlten noch immer Erfahrungen.

Viele in den 90er Jahren gegründete Unternehmen kommen nach Angaben des Bankdirektors nun in eine Phase, wo nach raschem Wachstum eine Firmenstruktur nötig wird. "Da kann man nicht mehr alles selber machen, sondern braucht eine Hierarchie." Dies sei manchen Jungunternehmern aber nur schwer zu vermitteln.

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