Degussa Stühlerücken nach der Übernahme

Nach dem geplanten Einstieg des Kohlekonzerns RAG bei der Degussa AG wird Aufsichtsratschef Wilhelm Simson seinen Posten räumen. Sein Nachfolger steht bereits fest. Er kommt aus dem Topmanagement der RAG.
Von Heide Neukirchen

Hamburg - Wilhelm Simson, der gemeinsam mit Ulrich Hartmann an der Spitze der Degussa-Mutter Eon  steht, wird den Posten des obersten Degussa-Kontrolleurs bereits auf der Hauptversammlung 2003 an RAG-Chef Karl Starzacher abgeben. Das berichtet das Hamburger manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag (21. Juni) erscheint.

Eine Fusion der RAG-Chemietochter Rütgers AG mit dem Spezialchemiehersteller Degussa ist nach Informationen von manager magazin aus Rücksicht auf die im Dax notierte Degussa-Aktie zunächst nicht vorgesehen. Starzacher: "Die Degussa-Aktionäre dürfen nicht den Eindruck haben, wir lösten unsere Probleme auf ihre Kosten."

Die Übernahme von Degussa durch die RAG soll in zwei Schritten erfolgen. Erster Schritt: Degussa-Großaktionärin Eon  verkauft einen Teil ihrer 65-Prozent-Beteiligung an die RAG. Zweiter Schritt: Die RAG übernimmt die Degussa-Mehrheit. Der finanziell schwächelnde Kohlekonzern muss sich dafür das Geld erst noch besorgen. Die Degussa AG hat derzeit einen Börsenwert von rund sieben Milliarden Euro.

Der Vorstand der Degussa begrüßte im Mai das Angebot der RAG. Der Preis von 38 Euro je Aktie spiegele die Einschätzung des derzeit erreichten Unternehmenswertes durch den Kapitalmarkt wider, hieß es in einer Erklärung. Vorstand und Aufsichtsrat wollten aber erst auf Basis der für Ende Juni erwarteten Angebotsunterlagen detailliert Stellung nehmen.