Bertelsmann Frischzellenkur

Rotation beim zweitgrößten europäischen Medienkonzern: Vier Aufsichtsräte verlassen das Gremium, unter ihnen der umstrittene Ex-Preussag-Manager Bernd Wrede.

Die Hauptversammlung der Bertelsmann AG hat Anfang der Woche vier neue Mitglieder des Aufsichtsrates ernannt. Die Gütersloher internationalisieren ihr Kontrollgremium auf Vorschlag des Aufsichtsratsvorsitzenden Gerd Schulte-Hillen.

Neu im Team ist der US-Amerikaner John Joyce, Chief Financial Officer (CFO) des Technologiekonzerns IBM, der Brite Sir Peter Job, langjähriger Chef der Reuters-Gruppe, Dr. Gunter Thielen, Vorsitzender der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft und Chef der Bertelsmann Stiftung, sowie der US-Amerikaner Richard Sarnoff, Executive Vice President der Buchverlagsgruppe Random House und neuer Vorsitzender der Bertelsmann-Führungskräftevertretung.

Verkürzte Berufungsperiode

Das Gremium verlassen Dr. Hugo Bütler, Bertelsmann Geschäftsführer und Chefredakteur der "Neuen Zürcher Zeitung", Bernd Wrede, ehemaliger Chef der Hapag-Lloyd AG, Dr. Heinrich Weiss, Vorstandsvorsitzender der SMS AG, und Dr. Uwe Swientek, der frühere Vorsitzende der Bertelsmann Führungskräftevertretung.

Ferner wurde beschlossen, dass die Berufungsperiode für Aufsichtsratsmitglieder von vier auf drei Jahre verkürzt wird. Eine einmalige Wiederberufung ist möglich. Die Vertreter des Bertelsmann-Gesellschafters Group Bruxelles Lambert (GBL) sind von diesen Neuregelungen ausgenommen.

Gerd Schulte-Hillen und Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff dankten besonders den scheidenden Aufsichtsratsmitgliedern für die konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Heinrich Weiss war elf Jahre lang im Aufsichtsrat der Gütersloher, nachdem er zuvor vier Jahre lang im Aufsichtsrat der Gruner+Jahr AG angehört hatte. Jeweils vier Jahre lang unterstützten Hugo Bütler und Bernd Wrede mit ihrer Aufsichtsratsarbeit den Aufstieg und Wandel Bertelsmanns zu einem der weltweit führenden Medien- und Entertainmentunternehmen.

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