EnBW Führungswechsel

Die Personalquerelen bei der EnBW AG, dem drittgrößten deutschen Energieversorger, gehen weiter. Nun nimmt auch Technikvorstand Klaus Kasper seinen Hut.

Frankfurt - Der drittgrößte deutsche Energiekonzern Energie Baden-Württemberg erhält einem Pressebericht zufolge zwei neue Vorstände. Der frühere Bewag-Vorstand Bernd Balzereit werde neuer Finanzvorstand, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Freitagausgabe. Er folge Reinhard Volk, der aus eigenem Wunsch ausscheide.

Erst Ende Mai hatte EnBW-Vorstandschef Gerhard Goll angekündigt, seinen Mitte 2003 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Die Vertragsverlängerung hätte den geplanten Börsengang der EnBW belastet, sagte Goll damals. Kapitalmärkte und Mitarbeiter würden in diesem Fall über die Frage "Was kommt dann?" spekulieren. "Deshalb bedarf es eines Mannes, der das Ruder für zehn Jahre in die Hand nimmt und um den sich die Leute scharen können." Derzeit suche der Aufsichtsrat eine geeignete Persönlichkeit.

Golls seltsame Unternehmensstrategie

Die EnBW und ihr Chef Goll stehen derzeit wegen ihrer Beteiligungspolitik stark in der Kritik. So stieg der Energieversorger unter Golls Führung beim Schuh- und Dienstleistungskonzern Salamander ein und übernahm die Mehrheit am Stuttgarter Telekom-Unternehmen Tesion. Beide Engagements belasten die Bilanz der EnBW.

Neu in das Führungsgremium soll neben Bernd Balzereit Thomas Hartkopf berufen werden, der Klaus Kasper als Technikvorstand ersetzt. Kasper musste nach den Pannen im Atomkraftwerk Philippsburg gehen. Die Personalien sollen auf der Aufsichtsratssitzung am 12. Juni beschlossen werden.