Vivendi Universal Griff in die Kasse

Jean-Marie Messier genehmigt sich eine Gehaltserhöhung von 66 Prozent. Die Anleger toben.

Paris - Der Chef des weltweit zweitgrößten Medienkonzerns Vivendi Universal, Jean-Marie Messier, ist erneut in die Kritik geraten, weil er trotz der Milliardenverluste des Konzerns höhere Bezüge kassiert hat. Messier verdiente im vergangenen Jahr nach Angaben der US-Börsenaufsichtskommission SEC und des Unternehmens brutto 5,12 Millionen Euro, 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Vivendi Universal wies zugleich durch hohe Sonderabschreibungen mit 13,6 Milliarden Euro den höchsten Verlust der Konzerngeschichte aus.

Vor allem Kleinaktionäre, die über den Kursabsturz der Aktie erbost sind, halten die Verbesserung der Bezüge des Managers für nicht gerechtfertigt. Der Aktienkurs, der einst über 80 Euro lag, ist seit Jahresanfang nochmals stark gefallen und hat sich fast halbiert. Am Mittwoch erholte er sich zwischenzeitlich um 2,07 Prozent auf 31,01 Euro.

Im Vergleich mit anderen ist Messier arm

Netto stiegen die Bezüge Messiers den Angaben zufolge um 66 Prozent auf 2,38 Millionen Euro. Damit lägen sie immer noch unter den Einkommen, die Vorstandschefs vergleichbarer Unternehmen verdienten, hieß es von Vivendi Universal. Zudem richteten sich die Bezüge zum Teil nach dem Ergebnis des Medienbereichs nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen, das im vergangenen Jahr um 34 Prozent auf gut fünf Milliarden Euro gestiegen sei. Fünf amerikanische Manager des Konzerns würden mehr verdienen als Messier. So erhielt Vivendi-Großaktionär Edgar Bronfman Junior als Vizepräsident des Verwaltungsrats nach den Angaben 3,5 Millionen Dollar nach Steuern.