Krause-Affäre "Verdienter Mann um die deutsche Einheit"

Zwei Top-Bankmanager waschen ihre Hände in Unschuld. Sie wussten nichts von krummen Geschäften.

Rostock - Im Prozess gegen Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause wegen Untreue, Steuerhinterziehung und Betruges haben am Dienstag zwei frühere Top-Manager der Bayerischen Landesbank, darunter Ex-Vorstandsmitglied Klaus Rauscher, ausgesagt.

Das Institut hatte Krause 1993 einen Kredit von elf Millionen Mark zur Finanzierung von Bauträgergeschäften in Ostdeutschland gewährt. Der Kreditrahmen lag bei zwölf Millionen Mark. Das Geld wurde allerdings über Zwischenfirmen in Yen/Dollar-Geschäfte investiert, die sich später als groß angelegter Schwindel herausstellten.

"Das war nicht Sinn des Kredites"

"Das war nie mit uns abgesprochen und nicht Sinn des Kredites", sagte der damals zuständige Bankdirektor Werner Lamminger vor dem Rostocker Landgericht. Das Projekt Krauses, Bauvorhaben in den neuen Ländern zu finanzieren, habe er positiv bewertet und für machbar gehalten.

Rauscher war bis Mitte 1990 Chef der Bayerischen Staatskanzlei und lernte Krause bei den Verhandlungen zum Deutschen Einigungsvertrag kennen. Krause habe Kontakt zu ihm in der Landesbank aufgenommen, weil er nach dem Ausscheiden aus der Regierung eine neue berufliche Existenz habe aufbauen wollen.

"Es gab ein solides Konzept und Sicherheiten"

Rauscher bezeichnete den 48-jährigen CDU-Politiker als "verdienten Mann um die deutsche Einheit" und "hoch effizienten Verkehrsminister". Es habe sich damals um eine "rundweg respektable Start-up-Finanzierung" gehandelt, sagte Rauscher, der seit November 2001 Vorstandschef der Hamburgischen Electricitäts-Werke AG (HEW) ist. "Es gab eine geeignete Persönlichkeit (Krause), ein solides Konzept und Sicherheiten."

Bei dem Vorwurf der Untreue stützt sich die Anklage vor allem auf Aussagen von Krauses Ex-Frau Heidrun Hagedorn. Krause soll als Geschäftsführer der Aufbau Investitionen GmbH (Berlin) die Millionen via Treuhandverträge über die Aufbau Invest AG (Zürich) und die Finanz Commerz AG (Zürich) in die Währungsgeschäfte investiert haben.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte er Hagedorn, damals Mitgesellschafterin der Aufbau Investitionen GmbH, nicht darüber informiert. Dem hatte der Angeklagte vehement widersprochen. Hagedorn und Krause hafteten später persönlich für die Millionen-Forderungen der Landesbank. Das Anwesen Hagedorns in Börgerende an der Ostsee wurde zwangsversteigert.