Microsoft Der ungeliebte Goliath

Das Image des Softwarekonzerns ist angekratzt. Sicherheitslücken und die undurchsichtige Lizenzpolitik sind zu einem massiven Problem geworden. Kurt Sibold, Chef von Microsoft Deutschland, sieht in den Neidern des Erfolgs die Wurzel allen Übels.

Microsoft hat ein massives Image-Problem. Gegenüber dem Online-Dienst "Netzeitung" versucht der 52-jährige Diplom-Informatiker die Vorwürfe zu entkräften.

Der Vater von drei Kindern sieht das Problem von Microsoft im eigenen Erfolg: Über Jahre habe man Bill Gates bewundert. Irgendwann sei es dann zu einem Bruch gekommen. Der Grund für Sibold: Der Neid auf die dominante Marktstellung von Microsoft.

Sicherlich sei es aufgrund der hohen Marktanteile zu Abhängigkeiten gekommen. Microsoft habe Fehlentscheidungen getroffen, gesteht Sibold, auch im Zusammenhang mit dem Kartellprozess in den USA. Dem Konzern seien Fehler unterlaufen, die damals als richtig erschienen. Das eigene Image sei bedeutend. Microsoft müsse zwar nicht geliebt werden, solle aber auch nicht gehasst werden.

Neidfaktor oder berechtigte Kritik?

In den verschiedenen Sektoren sei die Stimmung sehr unterschiedlich - im Bereich der öffentlichen Hand sei es ganz anders als in der Industrie oder der Internet-Community. Vorwürfe erstreckten sich über mehrere Bereiche: Thema Sicherheit, Monopolismus, Verdrängung von Wettbewerbern mit angeblich illegalen Mitteln.

Ein Vorwurf, der immer wieder komme und der natürlich auch mit Substanz unterfüttert werde, sei das Thema Security. Microsoft-Produkte seien nicht sicher genug. Dabei sei Security nicht ein ausschließliches Problem der Firma Microsoft, sondern ein Problem der Branche.

Die Sicherheit von Microsoft-Produkten ist ein zentraler Punkt in der Debatte um die Verwendung des Open-Source-Betriebssystems Linux im Bundestag. Der Microsoft Deutschland-Chef meint hierzu: Die Entscheidung, jetzt die Server im Bundestag mit Linux auszurüsten und in den Büros weiter auf Windows zu setzen, sei nur eine politische. Dies störe Microsoft, weil der Staat der beste Kunde in Deutschland sei. Wann immer Microsoft etwas tue, ärgert sich Sibold, werde zuerst über die Nachteile gesprochen. Das müsse sich ändern.

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