Kim Schmitz Wer ist der große Unbekannte?

"King Kimble" wurde letzte Woche verurteilt. Die Ameisen dagegen blieben unbehelligt.

München - Kim Schmitz, schwergewichtiger Partylöwe und Internet-Unternehmer, wurde vergangene Woche wegen Insiderhandels verurteilt. Die Verantwortlichen der angeschlagenen Internet-Firma Letsbuyit.com , mit deren Aktien Schmitz gehandelt hatte, blieben dagegen bisher unbehelligt.

Die mit den Ameisen türmten bislang hohe Verluste auf, der Aktienkurs sackte auf 1,2 Cent ab. Aber selbst bei einer solchen Bewertung lassen sich offenbar noch dubiose Geschäfte machen. Das am Neuen Markt notierte Unternehmen aus den Niederlanden teilte im englischsprachigen Geschäftsbericht 2001 auf Seite 24 versteckt mit, dass sie Ende März 2002 mit einem privaten Investor vereinbart habe, eine unbestimmte Zahl von neuen Aktien zu verkaufen.

Am Rande der Legalität

Der Unbekannte könne sie dann sechs Wochen lang weiterverkaufen - allerdings unter einer weiteren Bedingung: Sollte die Aktie nach oben gehen, stünden Letsbuyit.com neben dem Nominalwert von einem Cent pro Aktie 50 Prozent der Gewinne zu.

Die Kapitalerhöhung unter Kurswert mit nur einem Investor und merkwürdigen Sonderkonditionen ist unter Experten sehr umstritten. "Nach deutschem Recht wäre so etwas illegal", sagt Markus Straub, Vorstandsmitglied bei der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre.

Im vorliegenden Fall dürfte sich das Geschäft für beide Seiten lohnen. Der Kurs von Letsbuyit.com notierte zwischenzeitlich überraschenderweise bei über zwei Cent.

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