Fifa Der Mohr hat seinen Schuldigkeit getan

Blatters "Ziehsohn" nimmt seinen Hut. Michel Zen-Ruffinen muss gehen.

Seoul - Der Fußball-Weltverband Fifa wird sich nach der WM in Südkorea und Japan von seinem Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen trennen. Dies beschloss das Fifa-Exekutivkomitee am Freitag in Seoul. Gleichzeitig entschied das Spitzengremium, dass die elf Exekutivmitglieder, die gegen Fifa-Präsident Joseph Blatter eine Klage bei einem Züricher Gericht eingereicht hatten, diese sofort zurückziehen. Der Vertrag mit Zen-Ruffinen wird zum 4. Juli aufgelöst. Bis dahin soll der Schweizer weiter in der WM-Organisation eingebunden bleiben, hieß es in einer Mitteilung am WM-Eröffnungstag.

Damit hat der am Mittwoch auf dem Fifa-Kongress mit einer großen Mehrheit wiedergewählte Blatter schnell Konsequenzen aus dem tiefen Zerwürfnis mit seinem Generalsekretär gezogen. "Alle Probleme sind im beiderseitigen Einvernehmen und in einer positiven Atmosphäre gelöst worden", teilte Fifa-Pressesprecher Keith Cooper mit. Blatter konnte sich allerdings offenbar nicht mit seiner Forderung, Zen-Ruffinen noch vor der WM zu suspendieren, durchsetzen.

Klage gegen Blatter zurückgezogen


Dafür erreichte der 66-jährige Schweizer, dass die gegen ihn bei einem Strafgericht in Zürich eingereichte Klage zurückgezogen wird. Die elf Exekutivmitglieder hatten sich zu der Klage durch ein von Zen-Ruffinen am 3. Mai vorgelegtes Dossier veranlasst gesehen. Darin waren detailliert Anschuldigen erhoben worden, die dem Fifa-Präsidenten Amtsmissbrauch und in zwei Fällen sogar Korruption vorwarfen.