Donnerstag, 17. Oktober 2019

DGB Wachwechsel

Sommer löst Schulte ab. Der Dachverband hat nach acht Jahren eine neue Führungsspitze.

Alter- und neuer DGB-Chef: Dieter Schulte (l.) und Michael Sommer

Berlin - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat nach acht Jahren eine neue Führungsspitze. Der DGB-Bundeskongress wählte am Dienstag in Berlin den Politologen Michael Sommer (50) zum neuen DGB- Vorsitzenden und damit zum Nachfolger von Dieter Schulte (62), der nicht mehr antrat.

Der bisherige ver.di-Vize erhielt gut 94 Prozent der 387 gültigen Stimmen. Dies wurde als Vertrauensvorschuss gewertet. Ursula Engelen-Kefer (58) wurde mit 84 Prozent als stellvertretende DGB-Vorsitzende bestätigt. Neu in den Vorstand zog der Metaller Dietmar Hexel (52) ein. Der DGB ist der Dachverband von acht Einzelgewerkschaften mit knapp 7,9 Millionen Mitgliedern.

Gewerkschafterplattitüden

Als Vize-Vorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di war Sommer unter anderem für Mitgliederwerbung und Organisationspolitik zuständig. Er will den DGB in die Offensive führen und "die Meinungsführerschaft der Arbeitgeber" brechen. "Der Kapitalismus ist noch aggressiver geworden und das weltweit. Auch viele Unternehmer in unserem Land haben offenbar völlig vergessen, dass nach unserem Grundgesetz Eigentum verpflichtet. Und zwar sozial verpflichtet."

Zugleich warb Sommer indirekt für eine Wiederwahl von Rot-Grün. Die Gewerkschaften müssten "alles tun, um zu verhindern, dass es ein Zurück in die Vergangenheit" der Kohl-Politik gebe.

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