USA Bescheidenes Raubtier

Der Konjunktur-Motor in den USA kommt langsam wieder auf Touren. Beim Fußball allerdings geben sich die Amerikaner zurückhaltend.

Vor der WM in Frankreich 1998 sagte der damalige US-Verbandspräsident Alan Rothenberg selbstbewusst: "Spätestens 2010 wollen wir die Weltmeisterschaft gewinnen."

Soviel Selbstvertrauen bringen die Amerikaner was ihren Fußball angeht heute nicht mehr auf. Optimistisch können sie aber hinsichtlich ihrer Volkswirtschaft sein. Die Rezession war nicht besonders ausgeprägt und die Wachstumsaussichten für 2002 sehen gut aus.

Die Team-Performance

Vier Jahre nach dem Desaster von Frankreich sind die Amerikaner bescheiden geworden. Nationaltrainer Bruce Arena, der nach der WM 1998 Nachfolger des glücklosen Steve Sampson wurde, ist Realist und prophezeit deshalb: "So lange ich lebe, werden wir wahrscheinlich nie Weltmeister werden." Arena ist 50 Jahre alt. Sein Wunsch für die WM 2002: "Besser spielen, bessere Ergebnisse als 1998."

Die Chancen stehen gut, dass des Trainers Wunsch in Erfüllung geht. Denn schlechter als in Frankreich geht es gar nicht. Vor vier Jahren verloren die US-Amerikaner alle drei Gruppenspiele, unter anderem 0:2 gegen Deutschland. Diesmal, bei der immerhin schon dritten Endrunden-Teilnahme hintereinander, könnte alles anders werden.

Arena hatte als erster US-Coach volle vier Jahre Zeit, eine Mannschaft aufzubauen - und hat sie ausgiebig genutzt. 75 Spieler wurden von ihm getestet, 59 standen bei mindestens einem Länderspiel im Kader: "Jetzt haben wir das bestbesetzte Team aller Zeiten", glaubt Abwehr-Veteran Jeff Agoos.

Entsprechend sind schon wieder übermütige Töne zu hören. Nach dem Sieg im Gold Cup (Meisterschaft von Nord- und Mittelamerika) im Februar, als die USA unter anderem ihren als Gast eingeladenen WM-Vorrundengegner Südkorea besiegten, schrieb das Fachblatt "Soccer America" zuversichtlich: "Das US-Team 2002 ist wie ein hungriges Raubtier. Es wartet ab, wenn es sein muss, aber es bevorzugt die Jagd."

Teilnahmen und Titel

Der WM-Kader

WM-Teilnahmen:
1930, 1934, 1950, 1990, 1994, 1998


WM-Titel:
Halbfinalist 1930


Gastgeber: 1994

Der WM-Kader

Trainer: Bruce Arena

Tor:
1 Brad Friedel (Blackburn Rovers, ENG) 18.05.1971
18 Kasey Keller (Tottenham Hotspur, ENG) 29.11.1969
19 Tony Meola (Kansas City Wizards) 21.02.1969


Abwehr:
12 Jeff Agoos (San Jose Earthquakes) 02.05.1968
3 Gregg Berhalter (Crystal Palace, ENG) 01.08.1973
2 Frankie Hejduk (Bayer Leverkusen, GER) 05.08.1974
16 Carlos Llamosa (New England Revolution) 30.06.1969
4 Pablo Mastroeni (Colorado Rapids) 29.08.1976
23 Eddie Pope (Washington DC United) 24.12.1973
6 David Regis (FC Metz, FRA) 02.12.1968
22 Tony Sanneh (1. FC Nürnberg, GER) 01.06.1971


Mittelfeld:
14 Steve Cherundolo (Hannover 96, GER) 19.02.1979
17 DaMarcus Beasley (Chicago Fire) 24.05.1982
21 Landon Donovan (San Jose Earthquakes) 04.03.1982
13 Cobi Jones (Los Angeles Galaxy) 16.06.1970
7 Eddie Lewis (FC Fulham, ENG) 17.05.1974
5 John O'Brien (Ajax Amsterdam, NED) 29.08.1977
10 Claudio Reyna (FC Sunderland, ENG) 20.07.1973
8 Earnie Stewart (NAC Breda, NED) 28.03.1969


Angriff:
11 Clint Mathis (NY/N J MetroStars) 25.11.1976
20 Brian McBride (Columbus Crew) 19.06.1972
9 Joe-Max Moore (FC Everton, ENG) 23.02.1971
15 Josh Wolff (Chicago Fire) 25.02.1977


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