EnBW Abgang in Karlsruhe

Die Personalquerelen bei der EnBW AG, dem drittgrößten deutschen Energieversorger, gehen weiter. Nun wird auch Finanzchef Reinhard Volk das Unternehmen verlassen.

Karlsruhe/Hamburg - Der Versorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) kommt nicht zur Ruhe. Finanzvorstand Reinhard Volk (51) verlässt zum 30. Juni das Karlsruher Unternehmen. Das erfuhr manager-magazin.de aus informierten Kreisen.

Wenige Tage vor Volk hatte schon Vorstandschef Gerhard Goll (59) angekündigt, dass er seinen Mitte 2003 auslaufenden Vertrag nicht verlängern will (siehe: "Rückzug ins Private"). Offiziell bedauert Goll im Namen seines Vorstands den Entschluss von Volk. Dieser habe während seiner Tätigkeit für den Stromkonzern "vieles angestoßen und erreicht". Der EnBW-Chef geht davon aus, in Kürze einen Nachfolger für Volk präsentieren zu können.

Volk ist seit knapp eineinhalb Jahren Vorstandsmitglied der EnBW AG. Er war zuvor Geschäftsführer der Expo GmbH. Sein Handwerk lernte er beim ehemaligen Mercedes-Chef Helmut Werner.

Der Finanzexperte Volk sollte den Börsengang des Unternehmens, dessen beide Großaktionäre die Electricité de France (EdF) und die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) sind, vorbereiten und durchführen. Der Börsengang wurde jedoch mehrmals verschoben. Angeblich kam es zu Differenzen zwischen Volk und der EdF über den Zeitpunkt des Börsengangs.

Die EnBW und ihr Chef Goll stehen derzeit wegen ihrer Beteiligungspolitik stark in der Kritik (siehe: "Wirre Entscheidungen") . So stieg der Energieversorger unter Golls Führung beim Schuh- und Dienstleistungskonzern Salamander ein (siehe: "Das traurige Schicksal einer Traditionsmarke") und übernahm die Mehrheit am Stuttgarter Telekom-Unternehmen Tesion. Beide Engagements belasten die Bilanz der EnBW.

Gerhard Goll: Rückzug ins Private EnBW: Wirre Entscheidungen eines Stromverkäufers  Salamander: Trauriges Schicksal einer Traditionsmarke

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