Nigeria Selbstbewusste Superadler

Machtkämpfe und Selbstüberschätzung - Nigerias Spieler-Stars fehlt es an Disziplin. Auch bei der wirtschaftlichen Entwicklung steht sich das Land selbst im Wege.

Nigerias Wirtschaft weist einige Parallelen zur Nationalmannschaft auf. Beide bieten gute Voraussetzungen zum Erfolg, ohne diese wirklich zu nutzen. Nigeria verfügt über große Erdölvorkommen und liegt weltweit auf dem sechsten Platz unter den Erdölexporteuren. Allerdings tendiert es im Wettbewerb mit den arabischen Ländern häufig zur Überproduktion.

Die Einnahmen aus dem Erdölgeschäft wurden 2001 relativ wahllos investiert, anstatt Rücklagen für Zeiten fallender Preise anzulegen. Zudem stieg die Inflation durch die vermehrten Ausgaben an, so dass auch 2002 mit höheren Preisen zu rechnen ist. Defizite gibt es auch im Bereich der Privatisierung, die nicht von der Stelle kommt.

Die Team-Performance

Bei Nigerias "Super Eagles" war vor der dritten WM-Teilnahme ein heftiger Machtkampf ausgebrochen. Nach dem enttäuschenden dritten Platz beim Afrika-Cup im Februar in Mali übernahm der Technische Direktor Festus Adegboye Onigbinde auch den Trainerposten und warf überraschend die Garanten des nigerianischen Fußball-Aufstiegs um Kapitän Sunday Oliseh von Borussia Dortmund, Finidi George und Victor Ikpeba aus dem Kader. "Unsere Spieler werden älter. Wenn sie sich nicht vom Fußball verabschieden, verabschiedet sich der Fußball von ihnen", begründete Onigbinde sein Handeln.

Wenn da nicht die oft fehlende Disziplin wäre. Im Glauben an eigene Unbesiegbarkeit spielen die "Super Eagles" oft zu sorglos. So wie auch in der WM-Qualifikation, die erst in einem spannenden Finish geschafft wurde. Dennoch ist Stürmerstar Kanu von Arsenal London überzeugt: "Es wäre ein Fehler, uns abzuschreiben."

Teilnahmen und Titel

WM-Teilnahmen:
1994, 1998, 2002

Der WM-Kader

Der WM-Kader

Trainer: Adegboye Festus Onigbinde

Tor:
1 Ike Shorunmu (FC Luzern, SUI) 16.10.1967
12 Austin Ejide (Gabros International) 08.04.1984
22 Vincent Enyeama (Enyimba) 29.08.1982


Abwehr:
5 Isaac Okoronkwo (Schachtjor Donezk, UKR) 01.05.1978
13 Rabiu Afolabi (Standard Lüttich, BEL) 18.04.1980
19 Eric Ejiofor (Maccabi Haifa, ISR) 21.07.1979
16 Efetobore Sodje (Crewe Alexandra FC, ENG) 05.10.1972
14 Ifeanyi Udeze (PAOK Saloniki, GRE) 21.07.1980
6 Taribo West (1. FC Kaiserslautern, GER) 26.03.1974
3 Celestine Babayaro (FC Chelsea, ENG) 29.08.1978


Mittelfeld:
10 Jay-Jay Okocha (Paris St. Germain, FRA) 14.08.1973
20 James Obiorah (Lokomotive Moskau, RUS) 24.08.1978
8 Mutiu Adepoju (FC Salamanca, ESP) 22.12.1970
15 Christopher Justice (FC Antwerpen, BEL) 24.12.1981
11 Garba Lawal (Roda Kerkrade, NED) 22.05.1974
2 Joseph Yobo (Olympique Marseille, FRA) 06.09.1980


Angriff:
7 Pius Ikedia (Ajax Amsterdam, NED) 11.07.1980
18 Benedict Akwuegbu (Shenyang Haishi, CHN) 03.11.1974
17 Julius Aghahowa (Schachtjor Donezk, UKR) 12.02.1982
9 Bartholomew Ogbeche (Paris St. Germain, FRAU) 01.10.1984
21 John Utaka (Al Saad, QAT) 08.01.1982
4 Nwankwo Kanu (Arsenal London, ENG) 01.08.1976
23 Femi Opabunmi (3SC Ibadan) 03.03.1985


Paraguay: Ein schwerer Brocken


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