Italien Die Squadra Azzurra unter Druck

Hohe Erwartungshaltung - Italien greift zum vierten Mal nach dem Titel. Derweil zeichnet sich ein Ende der konjunkturelle Durststrecke ab.

Die Qualifikation für Japan und Südkorea meisterte die "Squadra Azzurra" ohne Niederlage fast im Vorbeigehen. Parallel kommt nach einem schlechten Jahr 2001 mit einer leichten Rezession auch die italienische Wirtschaft wieder in Schwung. Von dem Aufleben der globalen Konjunktur sollte Italien besonders profitieren, zumal das Land über einen sehr dynamischen und flexiblen Exportsektor verfügt.

Positiv hat sich in den vergangenen Jahren die Mitgliedschaft in der europäischen Währungsunion ausgewirkt. Die Aufnahmekriterien haben für ein ausgeglichenes Budget und historisch niedrige Inflationsraten gesorgt. Der Zustand der Konsolidierung bleibt vorläufig unumkehrbar.

Trotzdem bleiben noch zahlreiche Baustellen in der italienischen Wirtschaft. Probleme wie die marode Infrastruktur, bürokratische Ineffizienz, ein unflexibler Arbeitsmarkt und vor allem die unterschiedliche Entwicklung zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden warten auf eine Lösung.

Die Team-Performance

Die Team-Performance

Für das WM-Turnier 2002 zählen die "Azzurri" sich selbst zum engsten Favoritenkreis. Das Traum-Sturmduo mit Alessandro del Piero und Christian Vieri soll Italien zum Titel schießen und Nationaltrainer Giovanni Trapattoni damit seinen größten Traum erfüllen. So prophezeit es zumindest die phantasievolle italienische Presselandschaft.

Der Coach, der sich mit seiner legendären "Was erlaube Struuunz"-Rede 1998 auch ein Stück Bundesligageschichte mitgeschrieben hat, wird von den Journalisten auf dem Apennin bereits mit Enzo Bearzot verglichen. Unter dem "Magier" gewannen die Italiener 1982 in Spanien zum dritten und bislang letzten Mal nach 1934 und 1938 den WM-Titel, als sie in Madrid die deutsche Nationalmannschaft mit 3:1 bezwangen.

Bearzots Ansprüche vor der WM 2002 spiegeln die sehr hohe Erwartungshaltung im ganzen Land wider. "Unsere Rolle verlangt, dass wir das Halbfinale erreichen. Andernfalls muss der Trainer gehen", meint der 74 Jahre alte Chef der Trainer-Ausbildung im italienischen Verband. Bisher jedoch hat Trapattoni alles richtig gemacht, seit er nach der EM 2000 das Amt von Italiens Weltmeister-Torwart und Idol Dino Zoff übernahm.

Teilnahmen und Titel

WM-Teilnahmen:
1934, 1938, 1950, 1954, 1962, 1966, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1994, 1998, 2002

WM-Titel:
Weltmeister 1934, 1938, 1994
Vize-Meister 1970, 1994
Halbfinalist 1934, 1990

Der WM-Kader

Gastgeber: 1974 Der WM-Kader

Trainer: Giovanni Trapattoni

Tor:
1 Gianluigi Buffon (Juventus Turin) 28.01.1978
22 Francesco Toldo (Inter Mailand) 02.12.1971
12 Christian Abbiati (AC Mailand) 08.07.1977


Abwehr:
5 Fabio Cannavaro (AC Parma) 13.09.1973
15 Mark Iuliano (Juventus Turin) 12.08.1973
3 Paolo Maldini (AC Mailand) 26.06.1968
23 Marco Materazzi (Inter Mailand) 19.08.1973
13 Alessandro Nesta (Lazio Rom) 19.03.1976
2 Christian Panucci (AS Rom) 12.04.1973
4 Francesco Coco (FC Barcelona, ESP) 08.01.1977


Mittelfeld:
6 Cristiano Zanetti (Inter Mailand) 14.04.1977
14 Luigi di Biagio (Inter Mailand) 03.06.1971
16 Angelo di Livio (AC Florenz) 26.07.1966
11 Cristiano Doni (Atalanta Bergamo) 01.04.1973
8 Gennaro Gattuso (AC Mailand) 09.01.1978
17 Damiano Tommasi (AS Rom) 17.05.1974
19 Gianluca Zambrotta (Juventus Turin) 19.02.1977


Angriff:
10 Francesco Totti (AS Rom) 27.09.1976
7 Alessandro del Piero (Juventus Turin) 09.11.1974
20 Vincenzo Montella (AS Rom) 18.06.1974
18 Marco Delvecchio (AS Rom) 07.04.1973
9 Filippo Inzaghi (AC Mailand) 09.08.1973
21 Christian Vieri (Inter Mailand) 12.07.1973


Japan: Der angeschlagene Gastgeber


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