Frankreich Die blaue Macht

Auf Titelverteidigung programmiert - Das Team um Zinedine Zidane geht als Favorit ins Turnier. Der heimische Konjunktur-Motor ist allerdings in der letzten Zeit etwas ins Stottern geraten.

Passend zu den fußballerischen Erfolgen in den 90ern zeigte sich auch die französische Wirtschaft in der vergangenen Dekade äußerst erfolgreich. Die Grande Nation zählte zu den dynamischsten Märkten in Euroland.

Beim Wachstum des Bruttoinlandsproduktes lag Frankreich über dem Euro-Durchschnitt und hängte vor allem die Schwergewichte Italien und Deutschland ab. Die Inflation blieb ebenfalls unter dem europäischen Mittelwert. Die gute Performance ermöglichte einige wichtige Strukturreformen wie die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.

Zuletzt allerdings hat die französische Konjunktur an Glanz verloren. Während der vergangenen zwölf Monate war von dem vorherigen Reformeifer nicht mehr viel zu bemerken. Der Präsidentschaftswahlkampf verhinderte das Anpacken großer Projekte.

Dem entsprechend wurde Frankreich von der globalen Abwärtsbewegung kalt erwischt. Im vierten Quartal 2001 sank das Bruttoinlandsprodukt um 1,4 Prozent im Jahresvergleich. Gleichzeitig ziehen die Arbeitslosenzahlen wieder an. Ob die gebremste Konjunktur freilich Zinedine Zidane am Tore schießen hindert bleibt höchst zweifelhaft.

Die Team-Performance

Die Team-Performance

"Die Gruppe ist intakt. Sie ist - vor allem im Sturm mit Thierry Henry und David Trezeguet - gereift. Ich traue ihnen die Titelverteidigung zu", sagt Franz Beckenbauer über die Franzosen.

Star der Mannschaft von Trainer Roger Lemerre, der nach dem WM-Coup im eigenen Land den zurückgetretenen Aime Jacquet ablöste, ist Mittelfeldspieler Zinedine Zidane. Schwachpunkt der Franzosen könnte diesmal die Defensive sein. Torhüter Fabien Barthez, Keeper von Manchester United, zeigte in letzter Zeit immer wieder Unsicherheiten.

In der Erfolgself, die 2000 ihren WM-Triumph mit dem Gewinn des EM-Titels bestätigte, müssen die zurückgetretenen Routiniers Didier Deschamps und Laurent Blanc ersetzt werden. Marcel Desailly, der neue Spielführer, sagt: "Franck Leboeuf und Patrick Vieira haben die Rollen perfekt übernommen." Bayern-Verteidiger Bixente Lizarazu allerdings merkt an: "Mit den beiden ist ein Teil von uns allen gegangen."

Teilnahmen und Titel

WM-Teilnahmen:
1930, 1934, 1938, 1954, 1958, 1966, 1978, 1982, 1986, 1998

WM-Titel:
Weltmeister 1998
Halbfinalist 1958, 1982, 1986

Der WM-Kader

Gastgeber: 1938, 1998 Der WM-Kader

Trainer: Roger Lemerre

Tor:
16 Fabien Barthez (Manchester United, ENG) 28.06.1971
23 Gregory Coupet (Olympique Lyon) 31.12.1972
1 Ulrich Rame (Girondins Bordeaux) 19.09.1972


Abwehr:
2 Vincent Candela (AS Rom, ITA) 24.10.1973
5 Philippe Christanval (FC Barcelona, ESP) 31.08.1978
8 Marcel Desailly (FC Chelsea, ENG) 07.09.1968
18 Frank Leboeuf (Olympique Marseille) 22.01.1968
3 Bixente Lizarazu (Bayern München, GER) 09.12.1969
19 Willy Sagnol (Bayern München, GER) 18.03.1977
13 Mikael Silvestre (Manchester United, ENG) 09.08.1977
15 Lilian Thuram (Juventus Turin, ITA) 01.01.1972


Mittelfeld:
14 Alain Boghossian (AC Parma, ITA) 27.10.1970
6 Youri Djorkaeff (Bolton Wanderers, ENG) 09.03.1968
22 Johan Micoud (AC Parma, ITA) 24.07.1973
17 Emmanuel Petit (FC Chelsea, ENG) 22.09.1970
4 Patrick Vieira (Arsenal London, ENG) 23.06.1976
10 Zinedine Zidane (Real Madrid, ESP) 23.06.1972
7 Claude Makelele (Real Madrid, ESP) 18.02.1973


Angriff:
9 Djibril Cisse (AJ Auxerre) 12.08.1981
21 Christophe Dugarry (Girondins Bordeaux) 24.03.1972
12 Thierry Henry (Arsenal London, ENG) 17.08.1977
20 David Trezeguet (Juventus Turin, ITA) 15.10.1977
11 Sylvain Wiltord (Arsenal London, ENG) 10.05.1974


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