Argentinien Der gebeutelte Favorit

Zum Siegen verdammt - kicken sich die Argentinier in Japan und Südkorea aus der Wirtschaftskrise?

Fußball liegt den Argentiniern im Blut. Wenn die Nationalmanschaft spielt steht das Leben in dem südamerikanischen Land still. Gewinnt das Team, geraten die Argentinier in euphorischen Freudentaumel. Umgekehrt droht nach einer Niederlage die tiefe Depression.

In so fern gibt es zu einem Sieg bei der WM in Japan und Südkorea eigentlich keine Alternative, denn das Land liegt bereits am Boden. Derzeit befindet sich Argentinien in der schlimmsten Wirtschaftskrise seiner Geschichte.

Kurz nach dem Weltcup 1998 setzte eine Rezession ein, die bis heute anhält. Nach dem Ende der zehnjährigen Bindung des Peso an den Dollar Anfang des Jahres verlor die heimische Währung permanent an Wert. Steigende Arbeitslosenzahlen und sinkende Steuereinnahmen waren die Folge. Häufige Wechsel an der Regierungsspitze tragen zur Unsicherheit bei.

Kein Wunder, dass sich jetzt alle Augen nach Fernost richten. Ein Weltmeistertitel würde dem gebeutelten Land wirklich gut tun. Fußballerisch können es die Argentinier auf jeden Fall schaffen.

Die Team-Performance

Die Team-Performance

Selten zuvor wurde die argentinische Fußball-Nationalmannschaft so auf dem Favoritenteller präsentiert wie in diesem Jahr. Nicht nur die souveränen Ergebnisse aus der Südamerikagruppe ließen aufhorchen, vor allem der Spielwitz des Weltmeisters von 1978 und 1986 schockte die Konkurrenz und begeisterte die Fußballfreunde.

Die gesunde Mischung aus Routiniers und jungen Heißspornen, die Argentinien in die Rolle des Topfavoriten drücken, hat Nationaltrainer Marcelo Bielsa, 46, zusammengestellt, der 1998 das Nationalteam von Daniel Passarella übernommen hat.

Der ehemalige Profi der Newell's Old Boys wird im Lande nur "El Loco" (der Verrückte) genannt, weil sich Bielsas Leben fast ausnahmslos um den Fußball zu drehen scheint. Im vergangenen Jahr wurde der schweigsame Verfechter des Offensivfußballs vor dem Schweden Sven Göran Eriksson zum "Welttrainer des Jahres" gewählt.

Teilnahmen und Titel

Der WM-Kader

WM-Teilnahmen:
1930, 1934, 1958, 1962, 1966, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1994, 1998, 2002


WM-Titel:
Weltmeister 1978, 1986 Der WM-Kader

Trainer: Marcelo Bielsa

Tor:
1 German Burgos (Atletico Madrid, ESP) 16.04.1969
12 Pablo Cavallero (Celta Vigo, ESP) 13.04.1974
24 Roberto Bonano (FC Barcelona, ESP) 24.01.1970


Abwehr:
22 Jose Chamot (AC Mailand, ITA) 17.05.1969
6 Walter Samuel (AS Rom, ITA) 23.03.1978
4 Mauricio Pochettino (Paris St. Germain, FRA) 02.03.1972
13 Diego Placente (Bayer Leverkusen, GER) 24.04.1977
2 Roberto Ayala (FC Valencia, ESP) 14.04.1973


Mittelfeld:
5 Matias Almeyda (AC Parma, ITA) 21.12.1973
20 Marcelo Gallardo (AS Monaco, FRA) 18.01.1976
11 Juan Veron (Manchester United, ENG) 09.03.1975
8 Javier Zanetti (Inter Mailand, ITA) 10.08.1973
14 Diego Simeone (Lazio Rom, ITA) 28.04.1970
16 Pablo Aimar (FC Valencia, ESP) 03.11.1979
3 Juan Sorin (Cruzeiro B. Horizonte, BRA) 05.05.1976
15 Claudio Husain (River Plate B. Aires) 20.10.1974
23 Ariel Ortega (River Plate B. Aires) 04.03.1974


Angriff:
17 Gustavo Lopez (Celta Vigo, ESP) 13.04.1973
21 Claudio Caniggia (Glasgow Rangers, SCO) 09.01.1967
18 Kily Gonzales (FC Valencia, ESP) 04.08.1974
9 Gabriel Batistuta (AS Rom, ITA) 01.02.1969
19 Hernan Crespo (Lazio Rom, ITA) 05.07.1975
7 Claudio Lopez (Lazio Rom, ITA) 17.07.1974


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