Mafia Der Ex-Laufbursche von Al Capone ist tot

Die ehrenwerte Gesellschaft trauert um "Joe Bananas". Er starb im Alter von 97 Jahren.

Tucson - Der US-amerikanische Mafia-Boss Joseph Bonanno, genannt "Joe Bananas", ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Bonanno sei am Samstagmorgen in einem Krankenhaus in Tucson im US-Bundesstaat Arizona an Herzversagen gestorben, teilte sein Arzt am Sonntag mit.

Bonanno arbeitete sich vom bewaffneten Laufburschen des Mafia-Bosses Al Capone hoch zum Chef einer der fünf Mafia-Familien im New York der 50er Jahre. Bonanno und sein Sohn Bill dürften den Schriftsteller Mario Puzo zu den Figuren Vito und Michael Corleone in seinem Roman "Der Pate" inspiriert haben.

Bonnano misslang es, "Boss der Bosse" zu werden

Bonanno wurde 1905 in Sizilien geboren und reiste als Kleinkind mit seinen Eltern in die USA ein. Einige Jahre später kehrte die Familie nach Italien zurück. Nach dem Tod der Eltern wanderte Bonanno als 19-Jähriger über Kuba illegal in die USA ein. Er ließ sich in Brooklyn nieder und schloss sich der Bande von Salvatore Maranzano, einem Freund seines Vaters, an. Ihn unterstützte Bonanno 1931 im Banden-Krieg rivalisierender Mafia-Gruppen.

Im Alter von 26 Jahren wurde Bonanno der jüngste Don eines national tätigen Mafia-Syndikats. Mitte der 60er Jahre wurde er nach Arizona verbannt, nachdem es ihm im so genannten Banana-Krieg nicht gelungen war, der "Boss der Bosse" der New Yorker Verbrecher-Banden zu werden.

"Risikokapitalgeber"

Bonanno soll einem Buch seines Sohnes Bill zufolge die späteren US-Präsidenten Franklin Roosevelt und John F. Kennedy im Wahlkampf unterstützt haben. Obwohl Bonanno in den 30er Jahren häufig festgenommen wurde, saß er nur zwei Jahre im Gefängnis. In den 80er Jahren wurde er wegen Behinderung der Justiz zu mehreren Jahren Haft verurteilt, von denen er aber nur einen Teil absaß.

Bonanno hat stets die Existenz "einer Einrichtung namens Mafia" geleugnet und behauptet, er habe nie mit Drogenhandel und Prostitution zu tun gehabt. Sich selbst bezeichnete Bonanno als Risikokapitalgeber.

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