Winter AG Die Familie schießt weiter quer

Otto Winters Klage gegen den Vorstand wurde soeben abgewiesen. Ruhe kehrt trotzdem nicht ein.

München - Das Landgericht München II hat einer Mitteilung der Winter AG  zufolge die Klage des Aktionärs Otto Winter gegen den Vorstand in vollem Umfang abgewiesen.

Der 76-jährige Otto Winter, ehemaliger Eigentümer des bayerischen Chipkartenherstellers und Vater von Großaktionärin Susanne Winter, hatte die Beschlüsse der Hauptversammlung von 2001 angefochten. Er wandte sich gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds und der Wirtschaftsprüfer.

Trotz vergleichsweise guter Zahlen war die am Neuen Markt notierte Winter AG zuletzt des öfteren ins Gerede gekommen. Das war vor allem das Verdienst von Otto Winter: Vor der aktuellen Niederlage musste er sich bereits per Einstweiliger Verfügung die Behauptung untersagen lassen, der Vorstand habe beim Börsengang im Sommer 2002 Prospektbetrug begangen.

Susanne Winter kündigt Abberufungsanträge an

Nach diesen gerichtlichen Niederlagen von Otto Winter hoffe der Vorstand nunmehr, dass wieder Ruhe in das Unternehmen einkehren könne, hieß es in der Mitteilung weiter. Eine etwas zu optimistische Einschätzung: Tochter Susanne Winter, die 26,64 Prozent der Anteile hält, ist sich mit Vorstand und Aufsichtsrat auch nicht grün und hat die Hauptversammlung 2002 im Visier.

So will sie auf dem Aktionärstreffen am 8. Mai dem Vorstand die Entlastung verweigern und die Abberufung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats beantragen. Des weiteren fordert sie eine Sonderprüfung der Geschäftstätigkeit des Vorstandes. Die schwächeren Ergebnisse der Jahre 2001 und 2002 sind ihrer Ansicht nach weniger Folge der schwierigen Marktlage in der Telekommunikationsbranche, sondern liegen vielmehr in der Verantwortung des Vorstandes.

Der Antrag zur Abberufung des Aufsichtsratsvorsitzenden geht nach Einschätzung des Vorstands darauf zurück, dass das Kontrollgremium seinerseits die Abberufung des Ehemanns von Susanne Winter,Friedrich Winter, aus dem Aufsichtsrat beschlossen hatte. Zudem gehe der Vorstand davon aus, dass die Vorwürfe nicht gerechtfertig sind.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.