Fachhochschule Gemischtes Doppel

An der European School of Business (ESB) lernen und arbeiten die Studenten in zwei Ländern - eine gute Vorbereitung auf den Beruf.

Babylonisches Sprachgewirr im Hörsaal, schwäbisch-gutturale Laute beim Bäcker nebenan. Härter können kulturelle Unterschiede nicht sein. Wie unterschiedlich Menschen anderer Länder ticken, ist eine wesentliche Erfahrung, die die Studenten an der European School of Business (ESB) im schwäbischen Reutlingen machen.

Das BWL-Studium ist begehrt, auch wenn die Absolventen sich mit einem FH-Diplom begnügen müssen. Der Job ist so gut wie garantiert, die ESB führt seit Jahren viele Hochschulrankings an.

Der 1979 gegründete Fachbereich ESB der Fachhochschule Reutlingen bietet sechs internationale BWL-Studiengänge an. An den Partneruniversitäten in den USA, Irland, Großbritannien, Frankreich und Spanien verbringen die deutschen Studenten zwei von vier Studienjahren.

Danach gibt es zwei Diplome: das deutsche BWL-Diplom und das Pendant der jeweiligen Partneruniversität, in den angelsächsischen Ländern ein Bachelor-Grad.

Um überhaupt an der ESB aufgenommen zu werden, brauchen die angehenden Studenten vor allem ein gutes Abitur und müssen im "außerschulischen Bereich" geglänzt haben. Trainererfahrung bei den heimischen Fußballjunioren könnte helfen.

Professoren und Manager befreundeter Unternehmen testen die Jugendlichen - und treffen schließlich eine Entscheidung. Obwohl Art und Aufbau des Studiums stark an die Studiengänge privater Hochschulen erinnern, müssen die deutschen ESBler nichts bezahlen, auch nicht für den Aufenthalt an den Universitäten im Ausland.

Die strenge Vorauswahl aus etwa 1300 Bewerbern für die 115 Studienplätze bewirkt, dass kaum jemand durchfällt. Am Ende des Studiums, das mit zwei Diplomarbeiten und zwei Industriesemestern abschließt, können sich die Studenten fast hundertprozentig darauf verlassen, dass sie mehrere Jobangebote erhalten.

Liebster Arbeitsplatz sind wie überall Investmentbank, Unternehmensberatung und Marketing. Nach acht Jahren arbeitete die Hälfte der Absolventen mindestens als Hauptabteilungsleiter, jeder sechste als Geschäftsführer oder Vorstand, bei Einkommen zwischen 75.000 und 150.000 Euro jährlich.

Dass die ESBler ein besonderes Grüppchen an der Reutlinger Fachhochschule sind, ist auf dem ganzen Campus spürbar: Zwischen den Studenten des Fachbereichs ESB und dem Rest der Hochschule existieren gläserne Mauern. Kulturunterschiede auch hier.

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