Management-Krise "Schlecht informiert"

Sinkende Gewinne und eine steigende Zahl von Firmenpleiten sind nicht nur Folge der flauen Konjunktur. Das Topmanagement steckt generell in einer Krise, meint der Altmeister der Unternehmensführung, Peter Drucker.

Hamburg - "Das Management funktioniert nicht mehr", sagt Drucker in einem Interview mit dem manager magazin, das am Freitag (22. März) erscheint.

Die Ursache für das Versagen von Vorständen und Geschäftsführern sieht Drucker in der Überlastung der Menschen an der Spitze. In den zurückliegenden drei Jahrzehnten seien die Anforderungen "so unerhört kompliziert geworden, dass nur noch Supermänner erfolgreich sein können".

Drucker ist der weltweit profilierteste Managementvordenker. Bis heute berät der mittlerweile 92-Jährige bekannte Unternehmensführer und Politiker. Auf Interviewwünsche geht Drucker allerdings kaum mehr ein. Das knapp fünfstündige Gespräch mit mm gehört zu den großen Ausnahmen.

Im Exklusiv-Interview skizziert Drucker Auswege aus dem Führungsdilemma. So empfiehlt er den Chefs großer Konglomerate, ganze Funktionsbereiche auszugliedern - zum Beispiel die Personalverwaltung. Zudem rät er den Unternehmenslenkern ans Herz, sich mehr um das zu kümmern, was außerhalb ihres Betriebs vor sich geht. Die meisten Manager, so Drucker, seien heute "schlechter informiert als die Führungsmannschaften vor 30 Jahren".

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.