DaimlerChrysler Alte Liebe rostet doch

Im Aufsichtsrat der Autobauer sitzt künftig kein offizieller Vertreter der Deutschen Bank mehr. Weder Rolf Breuer noch Josef Ackermann wollen in dem Gremium für den größten Einzelaktionär Platz nehmen.

Stuttgart - Weder der amtierende Vorstandssprecher der Deutschen Bank , Rolf Breuer, noch sein Nachfolger Josef Ackermann sind an einem Aufsichtratsmandat bei DaimlerChrysler  interessiert. Entsprechende Äußerungen Breuers vom Vortag bestätigte ein Sprecher der Bank am Donnerstag.

Der jetzige Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank und von DaimlerChrysler, Hilmar Kopper, scheidet am 22. Mai als Aufsichtsratschef der Bank aus. Sein designierter Nachfolger Breuer wird nicht, wie es bisher in dem Frankfurter Finanzinstitut Tradition war, den größten DaimlerChrysler-Einzelaktionär (rund 12 Prozent) auch im Aufsichtsrat des Autokonzerns vertreten.

Breuer sieht die Deutsche Bank allerdings weiter in Stuttgart durch Kopper vertreten, obwohl dieser alle Funktionen beim größten deutschen Geldhaus abgibt. "Herr Kopper bleibt für die Deutsche Bank", wird Vorstandschef Breuer in den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnertagausgabe) zitiert. Kopper ist bis zur Hauptversammlung 2004 als Chef des DaimlerChrysler-Aufsichtsrats bestellt.

Unterkühltes Verhältnis

In Branchenkreisen hatte es mehrfach geheißen, dass das Verhältnis des DaimlerChrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp zu Breuer unterkühlt sei. Dagegen gelten Kopper und Schrempp als Vertraute.

Die Deutsche Bank hatte bereits mehrfach angekündigt, dass sie sich mittelfristig von ihren Industriebeteiligungen, also auch dem DaimlerChrysler-Aktienpaket, trennen will. Zweitgrößter Aktionär des Autobauers ist das Emirat Kuwait (sieben Prozent). Institutionelle Anleger halten etwa 75 Prozent der rund eine Milliarde Aktien. Auf der Hauptversammlung des Autokonzerns am 10. April in Berlin sind keine personellen Entscheidungen fällig.