IBM Palmisanos Hauptproblem

Samuel J. Palmisano, der neue IBM-Chef, tritt an diesem Freitag sein Amt an. Er wird es nicht leicht haben, meinen Analysten.

New York – An diesem Freitag ist es der erste Tag als Unternehmenschef bei IBM . Samuel J. Palmisano tritt damit in die Fußstapfen von Louis Gerstner, der sein Amt abgegeben hat. Leicht wird es für Palmisano bestimmt nicht, meinen Analysten. Denn noch vor wenigen Tagen hatte der neue Chef selbst erklärt, dass das Jahr 2002 für Technologiefirmen schwierig sein wird.

Die IBM-Aktien haben in den letzten Wochen deutlich an Boden verloren. Sie notieren derzeit bei 98,12 Dollar gegenüber einem Zwölfmonatshoch von 126,39 Dollar. Die Buchführungsmethoden von IBM waren nach einem Bericht der "New York Times" in den letzten Tagen ins Gerede gekommen. Das Unternehmen will nach US-Medienberichten zukünftig seine Bücher weiter öffnen.

IBM hatte im Jahr 2001 einen Umsatzrückgang um drei Prozent auf 85,9 Milliarden Dollar verbucht. Der Gewinn war auf 7,7 Milliarden Dollar geschrumpft gegenüber 8,1 Milliarden Dollar im Vorjahr. Damit hatte IBM allerdings viel besser abgeschnitten als die meisten anderen Computer- und Technologiekonzerne.

Umsatzgetriebenes Gewinnwachstum

Palmisanos Hauptproblem ist nun nach Meinung von Branchenkennern das relativ langsame IBM-Umsatzwachstum während der Gerstner-Ära. Er müsse versuchen, ein umsatzgetriebenes Gewinnwachstum zu erreichen.

Doch der Wettbewerb in der Computer- und Informationstechnologie- Branche wird immer härter. Hewlett-Packard und Compaq Computer  wollen sich zusammenschließen, um ihren Kunden ganz nach dem Erfolgsbeispiel von IBM eine vollständige Produkt- und Dienstleistungspalette anbieten zu können. Dell Computer  dominiert im PC-Bereich und stößt verstärkt ins Server-Geschäft vor. Sun Microsystems  ist im Server- und Internetbereich ein ganz starker Konkurrent. IBM will seinerseits der führenden Speicherprodukt-Firma EMC mehr Kunden abnehmen.

Palmisano, der 1973 als Verkäufer zu IBM kam, löst den langjährigen IBM-Chef Louis Gerstner ab, der aber den Vorsitz im Verwaltungsrat des weltgrößten Computerkonzerns noch bis zum Jahresende behalten wird. Gerstner war 1993 IBM-Chef geworden. Der Führungswechsel war Ende Januar angekündigt worden. Palmisano trägt den Titel Chief Executive Officer oder Unternehmenschef und behält auch seinen Präsidententitel. Gerstner hatte das unter Milliardenverlusten leidende Unernehmen vom Rande des Ruins zurückgeholt und wieder zu einem der gewinnträchtigsten Konzerne gemacht.

Peter Bauer, dpa

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