Babcock Borsig Generalbevollmächtigter in U-Haft

Der Generalbevollmächtigte des Anlagenbauers, Sigfrid Michelfelder, ist wegen des Verdachts der Untreue und Bestechung in Untersuchungshaft.

Oberhausen/Köln - Die Vorwürfe gegen den 60-jährigen Michelfelder datiert noch aus seiner Zeit als Chef des Gummersbacher Anlagenbauers Steinmüller Mitte der 90er Jahre. Steinmüller hatte damals, noch vor Übernahme durch Babcock Borsig , den Bauauftrag für die Müllverbrennungsanlage Köln-Niehl erhalten.

Der Manager stehe im Verdacht, so die Kölner Oberstaatsanwältin Regine Appenrodt, im Zusammenhang mit dem Bau der Müllverbrennungsanlage 14 Millionen Mark (7,16 Millionen Euro) veruntreut zu haben.

Außerdem sollen über ihn acht Millionen Mark Bestechungsgelder an einen Mitarbeiter einer unter städtischer Beteiligung gegründeten Gesellschaft geflossen sein. Die Firma AVG GmbH habe den Auftrag gehabt, die Müllverbrennungsanlage mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 800 Millionen DM zu errichten. Der AVG Mitarbeiter sitze ebenfalls wegen Bestechlichkeit in Untersuchungshaft.

Es bestünden Anhaltspunkte, dass sich Verantwortliche der am Bau der Anlage beteiligten Firmen der Vorteilsnahme, der Vorteilsgewährung und der Untreue schuldig gemacht haben könnten. Von den beteiligten Firmen sollen weitere sieben Millionen Mark an Gesellschaften in der Schweiz geflossen sein, wobei die in Rechnung gestellten Leistungen entweder nicht oder nur im geringeren Maße erbracht worden sein sollen. Derzeit wird laut Staatsanwaltschaft gegen eine Vielzahl von Personen ermittelt, nachdem es in der vergangenen Woche bundesweit insgesamt 17 Durchsuchungen von Firmen gegeben habe.

Babcock-Borsig bezeichnete in einer ersten Stellungnahme den ergangenen Haftbefehl gegen den Generalbevollmächtigten als "vollständig unangemessen". Man sei davon überzeugt, dass die im Zusammenhang mit dem Bau der Müllverbrennungsanlage erhobenen Vorwürfe ausgeräumt werden könnten.