Bayer "Wenning als Oberfürst"

Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern treibt den Umbau seiner Führungsstruktur voran. Von der geplanten Neuordnung dürfte der designierte Vorsteher Werner Wenning am stärksten profitieren.

Leverkusen - Mit dem Umbau des Konzerns zu einer Holding arbeitet Bayer  einem Pressebericht zufolge mit Hochdruck auch an Plänen für eine neue Führungsstruktur. So werde der Vorstand dem Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am 7. März ein Gesamtpaket vorlegen, in dem auch die Straffung und Reorganisation des Managements geplant sei, will die Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe) aus Unternehmenskreisen erfahren haben.

Nach dem jetzigen Stand der Planungen solle die Funktion der Arbeitsgebietsleiter künftig nicht mehr im Vorstand der Holding angesiedelt sein. Das bedeute, dass die Leitungsfunktion für die vier rechtlich eigenständigen Arbeitsgebiete Gesundheit, Pflanzenschutz, Chemie und Polymere aus dem Zentralvorstand herausgelöst werde. In der Holding würden künftig Konzernfunktionen wie Strategie, Finanzen und Ressourcen-Verteilung gebündelt.

Würde der amtierende Finanz- und designierte Vorstandschef Werner Wenning dieses Vorhaben wie erwartet durchsetzen, werde die Bayer-Führung künftig deutlich straffer und transparenter organisiert. Damit werde auch Wennings Einfluss auf die künftigen Leiter der vier rechtlich eigenständigen Arbeitsgebiete steigen: "Wenning als Oberfürst hält die Fäden ganz fest in der Hand", zitiert das Blatt aus Unternehmenskreisen.

Da die Leiter der vier Arbeitsgebiete künftig zwar Vorstände ihrer Gesellschaften, nicht aber Mitglieder des Konzernsvorstands sein würden, müssten sie auch nicht mehr vom Bayer-Aufsichtsrat bestellt werden, sondern von den Kontrollgremien der Einzelgesellschaften. Und diese dürften von den Bayer-Vorständen um Wenning dominiert werden.

Darüber hinaus strebe Wenning erklärtermaßen auch eine Verkleinerung des Bayer-Holdingvorstands auf künftig fünf bis sechs Manager von derzeit sieben an. Unternehmenssprecher Günter Forneck bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa-AFX, dass der künftige Holdingvorstand nach der Umbildung kleiner sein werde als der derzeitige Gesamtvorstand. Eine genaue Zahl aber wollte der Sprecher nicht nennen.

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