Tchibo Neuer Kaffeechef gefunden

Knapp neun Monate nach Wolfgang Meusburgers Rücktritt ist der Kaffeeröster auf der Suche nach einem neuen Chef fündig geworden.

Hamburg - Ioannas Karakadas soll künftig im Konzern das Zepter schwingen. Dies gab das Unternehmen am Montag bekannt. Der gebürtige Grieche Karakadas soll zuvor in leitenden Positionen beim US-Waschmittel- und Kosmetikkonzern Procter&Gamble, beim italienischen Nudelhersteller Barilla und bei der Burger-King-Kette gewesen sein. Der neue Manager wird neben dem Geschäft mit dem Röstkaffee auch für den Verkauf der Nonfood-Artikel in den 940 deutschen Tchibo- und Eduscho-Filialen verantwortlich zeichnen.

Wolfgang Meusburger hatte das Unternehmen am 1. Mai vergangenen Jahres verlassen. "Aus persönlichen Gründen", wie es damals hieß. In Insiderkreisen war aber stets darüber spekuliert worden, dass Meusburger den Querelen der Tchibo-Eigentümer, der Hamburger Familie Herz, zum Opfer gefallen sein könnte. Nach dem spektakulären Weggang von Günter Herz aus der Tchibo-Holding habe dem Österreicher die Rückendeckung gefehlt.

Der 46-jährige Meusburger war von Günter Herz eingestellt worden, der die Tchibo-Holding etwa 30 Jahre lang leitete und dann Anfang des vergangenen Jahres von seinen Brüdern hinausgedrängt wurde. Genau wegen dieses Familienzwistes dürfte es dem Vorstandschef der Tchibo-Holding, Ludger W. Staby, schwer gefallen sein, zügig einen Nachfolger für Meusburgers Job bei der Kaffeetochter zu finden.