Amazon Überraschender Wachwechsel

Nach dem Frankreich-Chef wirft nun auch Philipp Humm, Europa- und Deutschland-Chef von Amazon, überraschend das Handtuch.

München - Sein Rücktritt kommt völlig unerwartet. Trotz Jubelmeldungen zu den Geschäftszahlen 2001 scheint bei Amazon  einiges im Argen zu liegen. Philipp Humm, Vice President und General Manager für Amazon Europe, hat sein Amt niedergelegt.

Erst in der vergangenen Woche hat der bisherige Deutschland-Chef auch den Posten für Frankreich als Interims-Chef übernommen, als der bisherige Frankreich-Chef, Georges Aoun, sich von Amazon verabschiedete. Aoun sei aus "persönlichen Gründen" aus dem Unternehmen ausgeschieden, hieß es. Nun folgt ihm Humm.

Humm hatte vor zwei Jahren das Deutschland-Geschäft übernommen und seit August 2001 das Europa-Geschäft geführt. Offizielle Begründung für seinen Rücktritt: Humm wolle anderen beruflichen Chancen nachgehen.

Einen Nachfolger für Humm hat Amazon bereits gefunden. Thomas Lot soll den Posten des Chief Executive Officer sowie das Frankreichgeschäft übernehmen. Der Manager kommt vom Online-Weinhändler Chateau Online. In Deutschland tritt der bisherige Finanzchef Ralf Kleber an.

Rätsel geben die beiden unmittelbar aufeinander folgenden Rücktritte von Humm und Aoun dennoch auf. Eine Amazon-Sprecherin sagte gegenüber manager-magazin.de jedoch, Unternehmen änderten sich im Laufe der Zeit und so auch das Management. Das sei normal.

Branchenexperten vermuten jedoch, dass das Frankreich-Geschäft wahrscheinlich nicht funktioniere. Im Gegensatz zu Deutschland und Großbritannien, wo Amazon nach eigenen Angaben profitabel arbeitet, wird vermutet, dass der Online-Händler in Frankreich nicht in die Gänge kommt. Die Sprecherin dementiert, Amazon sei mit dem Frankreich-Geschäft, wo das Unternehmen noch nicht so lange auf dem Markt sei, sehr zufrieden. Amazon.fr befinde sich auf Platz drei im Ranking der Internet-Buchhändler.

Grund für die Zweifel der Experten: In einer Analystenkonferenz anlässlich der Zahlen zum vierten Quartal sowie zum Gesamtjahr 2001 habe der Internet-Händler - so die "Computerwoche Online" - Frankreich nicht erwähnt, während für Großbritannien und Deutschland die Erfolge hervorgehoben wurden.

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