Philip Morris Ex-Finanzchef soll das Renomeé richten

Der neue Chef, Louis Camilleri, soll den Tabakriesen stärker und verantwortungsvoller machen.

New York - Der weltgrößte Zigarettenkonzern Philip Morris  bekommt einen neuen Chef. An die Spitze rückt der bisherige Finanzchef Louis C. Camilleri. Der 47-Jährige folgt am 25. April nach der Hauptversammlung Geoffrey C. Bible, der den Konzern seit 1994 führte. Dieser behält seinen Posten als Verwaltungsratssitzender des Zigaretten-, Nahrungsmittel- und Brauereiriesen bis zu seinem Ruhestand Ende August 2002.

Neuer Chef verdiente sich Sporen im Europa-Geschäft

Camilleri hatte seine Laufbahn 1978 bei Philip Morris Europe begonnen. Er führte 1990 die rasche Expansion der Zigarettengeschäfts in Mittel- und Osteuropa. 1995 wurde er ins Firmenhauptquartier nach New York berufen und wurde kurze Zeit später Planungschef.

Er wurde im Dezember 1995 Chef der Kraft Foods International (unter anderem Ketchup), der ausländischen Nahrungsmittelsparte des Unternehmens und im November 1996 Finanzchef des Konzerns.

Sozialer und leistungsstärker werden

Bible, 64, führte das Unternehmen, während Philip Morris unter einer Lawine von Raucherklagen und zunehmender Kritik der Politiker, Ärzte und Gesundheitsbehörden litt. Camilleri wolle Philip Morris zu einem sozial verantwortlicheren und leistungsstärkeren Unternehmen machen, aber gleichzeitig das Unternehmen für die Aktionäre wertvoller machen, hieß es. Gleichzeitig mit dem Führungswechsel wurden die Zahlen von Philip Morris für das vierte Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres bekannt. Der Gewinn konnte um zehn Prozent auf 99 Cent pro Aktie gesteigert werden und erfüllte damit die Analysten-Erwartungen. Für das laufende Jahr 2002 rechnet der Konzern mit einem Anstieg des Ertrags je Aktie um neun bis elf Prozent.