Flowtex Schmider und kein Ende

Und wieder bemüht der Ex-Flowtex-Manager die Gerichte. Hat der Millionenbetrüger vor Jahren einen Raubüberfall auf sein Haus vorgetäuscht?

Karlsruhe - Dem ehemaligen Flowtex-Boss Manfred Schmider droht erneut juristisches Ungemach. Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" und des "Südwestrundfunks"(SWR) ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Schmider jetzt wegen Versicherungsbetrugs.

Der Verdacht: Der 52-jährige Schmider soll 1986 einen Raubüberfall auf sein Haus vorgetäuscht haben, um eine Millionensumme zu kassieren. Anlass für die neuerlichen Ermittlungen sei eine anonyme Anzeige, die jetzt bei der Mannheimer Staatsanwaltschaft einging.

Dem ehemaligen Flowtex-Chef wird vorgeworfen, über einen damaligen Geschäftsfreund zwei Gangster engagiert zu haben, um den Raubüberfall auszuführen. Bei dem Überfall waren Schmuck und Wertsachen im Wert von zwei Millionen Mark erbeutet worden. Diese Summe wurde Schmider von seiner Versicherung ersetzt.

Im Zuge der Ermittlungen war es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den ermittelnden Behörden gekommen. Die Kriminalpolizei hatte wiederholt das lasche Vorgehen der Staatsanwaltschaft kritisiert. Dreimal wurden diesbezügliche Ermittlungen eingestellt.

Im Flowtex-Prozess, dem größten Betrugsfall der deutschen Nachkriegsgeschichte, war Manfred Schmider vom Landgericht Mannheim zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Ihm und weiteren Flowtex-Managern wurde vorgeworfen, als kriminelle Bande einen strafrechtlichen Schaden von 4,3 Milliarden Mark (2,2 Milliarden Euro) angerichtet zu haben.

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