Enron "Golden Handshake" für Lay

Ex-CEO Kenneth Lay kann sich wohl auf ein verspätetes Abschiedsgeschenk freuen. Ihm stehen noch knapp 80 Millionen Dollar zu.

Houston - Dem diese Woche zurückgetretenen Enron-Chef Keneth Lay steht offenbar unerwarteter Geldsegen ins Haus. Grund ist ein Passus in Lays Vertrag, der dem Manager eine Abfindungszahlung zusichert. Diese muss gezahlt werden, wenn Lay gekündigt wird oder "aus guten Gründen" freiwillig das Unternehmen verlässt, berichtet der US-Fernsehsender CNN.

Die Summe berechnet sich aus dem ausstehenden Gehalt Lays für die verbleibenden drei Jahre, wobei das Einkommen aus dem Jahr 2000 als Maßstab genommen wird. Das Grundgehalt des Ex-CEO belief sich in diesem Zeitraum auf 1,3 Millionen Dollar.

Darüber hinaus schlagen für jedes Jahr weitere 3,9 Millionen Dollar als Bonus zu Buche. Außerdem stehen Lay aus Aktienoptionsprogrammen 60,6 Millionen Dollar zu. Damit würde dem Bush-Intimus sein Abgang mit stattlichen 79,2 Millionen Dollar versüßt.

Ob er das Geld allerdings jemals zu Gesicht bekommt, steht bislang in den Sternen. Nach Auffassung einiger Rechtsexperten muss sich Lay in die lange Liste der Enron-Gläubiger einreihen, die noch offene finanzielle Forderungen an den bankrotten Energiekonzern haben. Nach wie vor ist unklar, ob das Unternehmen in der Lage sein wird, einen nennenswerten Teil seiner offenen Schulden zu bedienen.

Trotzdem müssen wir uns um Lays Zukunft keine Sorgen machen. Während er seinen Mitarbeitern regelmäßig riet, ihre Enron-Aktien zu halten, verhökerte der Manager in den vergangenen drei Jahren eifrig große Bestände seiner Firmenanteile für mehr als 200 Millionen Dollar. Der erzielte Gewinn: 119 Millionen Dollar.

Enron - die Chronik einer Rekord-Pleite

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