NTT Präsidentenrücktritt halbherzig dementiert

Präsident Junichiro Miyazu scheidet anscheinend doch nicht aus dem Unternehmen aus.

Tokio - NTT-Präsident Junichiro Miyazu steht offenbar doch nicht vor der Demission. Dies berichtet "Die Welt" in ihrer Montagausgabe. Die Tageszeitung beruft sich hierbei auf die Aussage eines Firmensprechers. Dieser hatte die Rücktrittsgerüchte um Miyazu und den Präsidenten der Mobilfunktochter NTT Docomo, Koji Ohboshi, zwar nicht generell für falsch erklärt, er wird aber in den japanischen Medien mit den Worten zitiert: "Wir haben keine solchen Entscheidungen getroffen".

In den vergangenen Wochen hatten japanische Zeitungen wiederholt über anstehende Veränderungen im Management des Tokioter Telekomriesen berichtet. Spekulationen zufolge sollte der 66-jährige Miyazu das Unternehmen im Juni verlassen. Der Grund: Die horrenden Verluste während seiner Amtszeit. Der japanische Marktführer muss für das Geschäftsjahr (zum 31. März) offenbar einen Verlust von 331 Milliarden Yen (2,8 Milliarden Euro) ausweisen, hieß es in der japanischen Zeitung "Asashi".

Seit Miyazus Vertragsverlängerung im Juli 2000 hat die NTT-Aktie rund 70 Prozent an Wert verloren. Darüber hinaus sollen etwa 10.000 Angestellte der NTT Corp. in Tochterfirmen abgeschoben werden und dort weniger Gehalt bekommen.

Nach dem halbherzigen Dementi aus dem Unternehmen dürften die Spekulationen um Miyazus Zukunft nicht abreißen. Einziger Lichtblick: Wenigstens Docomo-Vorstandsvorsitzender Keiji Tachikawa scheint fest im Sattel zu sitzen. Ihm wird der Erfolg mit dem mobilen Internetdienst I-Mode zugeschrieben.

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