Jürgen Höller Motivationsprobleme?

Er kassiert fünstellige Summen dafür, dass er Menschen erklärt, was Erfolg ausmacht. Mit dem eigenen aber scheint es nicht zu klappen: "Mr. Motivation" ist angeblich pleite.

Würzburg - Jürgen Höller, einer der bekanntesten deutschen Motivationstrainer, ist zahlungsunfähig. Wie der "Focus" meldet, stellte er für sein Beratungsunternehmen Inline AG einen Insolvenzantrag. Das Unternehmen - ein Anbieter von Motivationsseminaren - werde nun von einem Münchner Insolvenzverwalter geleitet, heißt es.

Bereits am 17. Dezember sind die Büros und das Wohnhaus Höllers von der Kriminalpolizei durchsucht worden. In einer groß angelegten Durchsuchungsaktion war damals aus den Geschäftsräumen der Firma in Schweinfurt, Röthlein und Gochsheim (Landkreis Schweinfurt) sowie aus Höllers Privatwohnsitz in Schwebheim (Landkreis Schweinfurt) umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung und möglicher Betrugsdelikte eröffnet. Verhandlungen mit eventuellen Geldgebern, unter anderem mit den beiden Risikokapitalgebern TFG Venture Capital und S-Refit, sind gescheitert. Die Firma befindet sich bereits seit April 2001 in Zahlungsschwierigkeiten. Er habe die "schlimmsten Tage meines Lebens" durchgemacht, sagte der 37-jährige Höller dem "Focus".

Trotz des finanziellen Rückschlags befürchtet Deutschlands "erfolgreichster und teuerster" Motivationstrainer (Höller über Höller) keinen Verlust seiner Glaubwürdigkeit. Er wolle weiterhin Motivationskurse geben, um seine Verbindlichkeiten in Millionenhöhe abzutragen, erzählte Höller der Zeitschrift.