Flowtex Zwölf Jahre Haft für Schmider

Nach knapp dreimonatiger Verhandlung wurden im größten Betrugsskandal der bundesdeutschen Wirtschaftsgeschichte die Urteile gegen die vier Angeklagten gesprochen.

Mannheim - Wegen Betrugs in Milliardenhöhe wurden die vier ehemaligen Flowtex-Manager am Dienstag zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der 52-jährige Manfred Schmider muß für zwölf Jahre hinter Gitter, seinem ehemaligen Geschäftspartner Klaus Kleiser brummte die Wirtschaftsstrafkammer des Mannheimer Landgerichts neun Jahre und sechs Monate auf.

Mit diesen Urteilen blieb das Gericht unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren und fünf Monaten für Schmider gefordert. Für Kleiser war ein Gefängnisaufenthalt von elf Jahren und zwei Monate beantragt worden.

Die mitangeklagte frühere Geschäftsführerin eines Flowtex-Unternehmens, Angelika Neumann, wurde zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Für sie hatte die Anklage acht Jahre und elf Monate gefordert. Der frühere Finanzchef, Karl Schmitz, muss nach dem Willen der Richter für sechs Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Die Anklage hatte sieben Jahre und elf Monate verlangt.

Das Gericht sprach die Angeklagten am Dienstag schuldig, rund 3000 nicht existente Bohrsysteme verkauft und eine faule Anleihe geplant zu haben. Laut Anklage belief sich der strafrechtliche Schaden auf 4,3 Milliarden Mark. Experten hatten vom größten Betrugsfall der Nachkriegsgeschichte gesprochen.

Entscheidend für Manfred Schmiders harte Strafe sei das Ausmaß der persönlichen Bereicherung gewesen, sagte Richter Meyer. Schmider hatte mindestens 325 Millionen Mark für sich abgezweigt. Außerdem sei der Verbleib eines zweistelligen Millionenbetrags nach wie vor unklar, so Meyer.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.