Joachim Milberg Autobauer aus Leidenschaft

Ein Blick auf den Lebenslauf von Joachim Milberg lässt nur eine Frage zu: Warum tut der Mann sich das eigentlich an?

Hamburg - Joachim Milberg wirkt für Außenstehende grundsolide, und viele würden sicher vermuten, er hätte bei BMW eine glatte Karriere hingelegt. So einfach lässt sich Milberg aber nicht in eine Schublade packen.

Seine Ausbildung absolvierte der 1943 geborene BMW-Chef über den zweiten Bildungsweg. Nach der Mittleren Reife absolvierte er bis 1962 eine Lehre als Maschinenschlosser. Danach studierte er zuerst an der Ingenieurschule in Bielefeld und später Fertigungstechnik an der Technischen Universität in Berlin. Als Assistent an der TU Berlin promovierte er nach dem Examen zum Dr.-Ing.

Im Anschluss an den ersten Teil seiner akademischen Laufbahn stieg er 1972 in das Management des Maschinenbauers Gildemeister ein. Als Leiter des Geschäftsbereichs "Automatische Drehmaschinen" hatte Milberg wesentlichen Anteil an der Sanierung des Unternehmens.

Statt sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, brauchte Milberg nach einigen Jahren wieder eine neue Herausforderung. Diese fand er 1981 an der Technischen Universität München, die ihn zum Ordinarius für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften berief. Aus dem ehemaligen Schlosserlehrling wurde somit "Herr Professor".

Milberg hatte eigentlich "alles erreicht" und hätte sich in die Forschung zurückziehen können. Zur Überraschung vieler kehrte der damals 50-Jährige aber im November 1993 in die Wirtschaft zurück und wurde Vorstandsmitglied sowie Produktionschef bei BMW. Unter seiner Regie wurde zum Beispiel das US-Werk im Spartanburg, die erste BMW-Produktionslinie außerhalb Deutschlands, geplant und gebaut.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren alle Wendungen in seinem Leben sicherlich von ihm selbst so gewollt. Die letzte "Versetzung" stand aber nicht in seiner Macht. Nachdem Bernd Pischetsrieder wegen des Rover-Debakels seinen Hut nahm und auch der als Nachfolger favorisierte Entwicklungschef Wolfgang Reitzle gehen musste, wurde der bis dahin in der Öffentlichkeit nahezu unbekannte Milberg im Frühjahr 1999 neuer BMW-Chef.

Obwohl viele Kritiker ihm dieses Amt nicht zutrauten, führte Milberg die Münchener aus der Krise und peilt für 2001 die Rekordmarke von 900.000 produzierten BMWs an.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.