Roland Koch Völlig unglaubwürdig?

Hessens Ministerpräsident wirbt für die Lufthansa - und wird dafür von der Opposition heftig gescholten.

Wiesbaden - Eine Lufthansa-Zeitungsanzeige mit dem Bild des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) ist bei SPD und Grünen auf Kritik gestoßen. SPD-Fraktionschef Gerhard Bökel sprach am Dienstag von einem "Skandal": Dass Koch für die Gegner eines Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen posiere, mache ihn bei diesem Thema völlig unglaubwürdig und habe zudem "den Geruch politischer Käuflichkeit". Der Sprecher der hessischen Regierung, Dirk Metz, attestierte Bökel darauf hin "zunehmende Kleinkariertheit".

Die Lufthansa-Annonce zeigt Kochs Bild und zitiert den Ministerpräsident mit der Aussage, dass der Luftverkehr eine der tragenden Säulen der hessischen Infrastruktur sei. Nach Metz' Darstellung haben auch der Mainzer Kardinal Karl Lehmann und Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) die Aktion unterstützt. Die Kritik sei also verfehlt. Darüber hinaus habe Koch keinen Zweifel an der Verknüpfung von Ausbau und Nachtflugverbot gelassen. "Skandal-Bökel hat wieder zugeschlagen", kommentierte CDU-Fraktionsgeschäftsführer Stefan Grüttner den Vorgang.

Die Grünen warfen Koch eine Vermischung seiner Aufgaben als Regierungschef und als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport vor. Die Landesregierung habe bislang keine Schritte zu einem Nachtflugverbot eingeleitet.