Regine Hildebrandt SPD-Politikerin gestorben

Vergangene Woche erst war sie mit einer deutlichen Mehrheit im Vorstand der SPD bestätigt worden. Jetzt erlag die frühere Brandenburger Sozialministerin ihrem schweren Krebsleiden.

Potsdam - Die SPD-Politikerin starb in der Nacht im Alter von 60 Jahren, bestätigte Brandenburgs Regierungssprecher Erhard Thomas in Peking. Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) reagierte mit tiefer Betroffenheit auf die Nachricht, die ihn auf seiner China-und Japanreise erreichte.

"Regine Hildebrandt war eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Sie überzeugte durch ihre Glaubwürdigkeit, ihre Courage und ihren unermüdlichen persönlichen Einsatz für die Schwächeren in der Gesellschaft", sagte Stolpe. Sie habe in den schwierigen Zeiten des Umbruchs vor allem den Menschen in Ostdeutschland immer wieder Hoffnung gegeben. "Die Brandenburger und auch viele Menschen in ganz Deutschland haben Regine Hildebrandt unendlich viel zu verdanken", sagte der Regierungschef. "Wir werden sie schmerzlich vermissen." Erst vor einer Woche war Hildebrandt auf dem SPD-Parteitag in Nürnberg mit überwältigender Mehrheit wieder in den Vorstand gewählt worden. Dort machte sie sich vor allem für die Belange des Ostens stark und wirkte mehrere Jahre in der Arbeitsgruppe "Zukunft der Arbeit" mit. Eines ihrer Ziele war die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West.

Bereits vor der Wende engagierte sich die Politikerin in der Bürgerbewegung "Demokratie jetzt". Im Oktober 1989 trat sie der frisch gegründeten sozialdemokratischen Partei in Ostdeutschland bei. 1993 erhielt sie den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis und die "Hamm- Brücher-Medaille für den unabhängigen Politiker".

Bei der Feier zu ihrem 60. Geburtstag im April diesen Jahres bescheinigte der Kanzler und SPD-Bundesvorsitzende Schröder der früheren brandenburgischen Sozialministerin, sie habe auf ihre Weise SPD-Geschichte geschrieben. Schröder sagte damals, Hildebrandt sei mit einem unbedingten Gerechtigkeitsgefühl ausgestattet und lehre die Menschen im Westen Respekt vor der Lebensleistung der Ostdeutschen.

Er sei nie davor gefeit gewesen, von Regine Hildebrandt mit den Worten "Haste mal 'ne Mark" angebettelt zu werden. Meistens bleibe es aber nicht bei einer Mark - das Geld wolle sie für den Aufbau Ost. Der offene Umgang mit ihrer Brustkrebserkrankung habe vielen Menschen Hoffnung gemacht, sagte der Kanzler bei ihrer Geburtstagfeier im April 2001.