Manager des Jahres 1997 Robert Louis-Dreyfus

Die heruntergewirtschaftete Traditionsfirma Adidas verwandelte Robert Louis-Dreyfus in ein profitables Unternehmen. Heute beschäftigt er sich vor allem mit dem Sportrechtehandel, seinem Telefonunternehmen und seinem Fußballclub Olympique Marseille.

So urteilte die mm-Jury 1997:

Mit dem analytischen Verstand des Franzosen, der unternehmerischen Risikobereitschaft des Angelsachsen und dem strategischen Weitblick des Weltbürgers habe er einer müden Firma neues Leben eingehaucht. Indem Louis-Dreyfus persönliche und geschäftliche Risiken eingegangen sei, habe er Adidas-Salomon  gegen härteste globale Wettbewerber neu positionieren und den Shareholder Value massiv steigern können.

Woher Louis-Dreyfus kam:
Schon vor seinem Engagement bei Adidas hatte der Spross einer schwerreichen Pariser Händlerdynastie mit einigen erfolgreichen Firmensanierungen viel Geld und sich einen Namen gemacht. Anfang der achtziger Jahre versiebenfachte er als Teilhaber und Chef den Wert der New Yorker Marktforschungsgruppe IMS und kassierte bei seinem Ausstieg einige hundert Millionen Mark. Anschließend brachte Louis-Dreyfus - obwohl kein Werber - die renommierte Londoner Agentur Saatchi & Saatchi innerhalb von drei Jahren aus der Krise und zurück in die Gewinnzone.

Wo Louis-Dreyfus heute steht:
Seit dem Abgang im März 2001 bei Adidas war es still geworden um ihn - bis er zusammen mit Ex-Kaffeekönig Jacobs aus der Kirch-Konkursmasse die Kirch Sport AG kaufte. Seit 1. Januar 2003 heißt die Firma Infront Sports & Media und vermarktet die Bundesliga und die Fußballweltmeisterschaft 2006. Weitere Beteiligungen halten der frühere Ringier-Chef Oscar Frei (10 Prozent) und der frühere Nationalspieler Günter Netzer (1,25 Prozent).

Seit 1991 ist Louis-Dreyfus Präsident und Finanzier von Olympique Marseille. "Ich bin fußballverrückt", gestand er dem manager magazin , "was ich hier mache, ist ziemlich irrational." Das Verhalten ist völlig konträr zu dem des anderen Robert Louis-Dreyfus, dem rationalen Geschäftsmann mit dem ausgeprägten Spürsinn für lukrative Deals. Als Président Directeur Général (PDG) leitet er zudem das stark - und antizyklisch - wachsende Telekomunternehmen LDCom (LD für Louis-Dreyfus). Zwei Drittel seiner Arbeit investiert RLD - so sein Kürzel - in Infront, ein Drittel in LDCom.

Was macht eigentlich: Robert Louis-Dreyfus?  Curriculum Vitae: Lebenslauf von R. Louis-Dreyfus


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